Martin Balasus
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Habersaat hat völlig recht, wenn er sagt, dass es so nicht weitergehen könne. Ich glaube, wir alle haben die innere Überzeugung, dass wir dringend ein Problem brauchen, und die Problembeschreibung ist ja auch – – (Heiterkeit – Zuruf Christian Dirschauer [SSW]) Entschuldigung, wir brauchen dringend eine Lösung, und die Problembeschreibung ist völlig richtig. Es ist kein haltbarer Zustand, wenn in einer Klasse zum Beispiel vier Schulbegleitungen sitzen. Dass das wenig effizient ist, ist eindeutig klar. Unser Punkt ist, dass wir sagen, dass uns die von der SPD in ihrem Antrag vorgeschlagene Lösung nicht groß genug ist. Da bin ich ganz bei dem Kollegen Dirschauer. Inwiefern sie nicht groß genug ist, möchte ich einmal an einem Beispiel aus dem Kreis Pinneberg erläutern. Dort sollte das Projekt Klassenassistenz geschaffen werden. Klassenassistenz würde bedeuten, dass in jeder Grundschulklasse eine zweite Kraft dabei wäre, die nicht nur für einen Schüler oder eine Schülerin, sondern für die ganze Klasse zuständig ist und die Klassenlehrkraft als Team unterstützt. Das läuft momentan in Phase eins. Das wird also in einzelnen Schulen erst erprobt. Das Ziel war, das auf den ganzen Kreis Pinneberg auszudehnen, denn wir haben besondere städtische Herausforderungen. Wir finden – da gibt mir die Kollegin Raudies schon durch Nicken recht –, das ist eine ideale Lösung für unsere Region und vielleicht auch eine ideale Lösung für das Land Schleswig-Holstein. Leider ist es aber so – das sagte der Kollege Krüger –, dass das Ganze gerade über zwei Jahre geschoben wurde. Es gibt ein Moratorium – das stimmt –, und dafür gibt es zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass zu viele Fragen offen sind. Der zweite Grund ist die angespannte Haushaltslage des Kreises Pinneberg. Darüber wollen wir nicht sprechen, aber vielleicht über Punkt 1, die vielen offenen Fragen. Also, was können wir vom Kreis Pinneberg oder aus diesem Fall lernen? Erstens. Der Sachverhalt ist super komplex. Die Frau Ministerin sprach von der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit. Das ist ein ganz dickes Brett, das gebohrt werden muss, und dafür brauchen wir Lösungen. Unser Modell ist, dass wir vor Ort verschiedene Modelle entwickeln und schauen, wie das funktioniert. Welches ist die ideale Lösung? Da müssen sich alle Beteiligten bewegen. (Martin Balasus) Zweitens. Denken wir groß. Nur so kann Multiprofessionalität an Schule auch wirklich die volle Effizienz erlangen oder entfalten. Nicht nur Schulbegleitung und Schulassistenz, sondern auch Schulsozialarbeit, Schulpsychologen und so weiter müssen zusammen gedacht werden. Drittens. Die Frage, die auch Frau Raudies immer umtreibt, lautet: Wie kann das Ganze fair und angemessen finanziert werden? Da ist natürlich nicht nur das Land in der Verantwortung, sondern es sind auch die kommunalen Landesverbände und der Bund – Stichwort: SGB VIII und SGB IX – in der Verantwortung.
