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Andrea Tschacher

CDU 27.02.2025 Sitzungen 20/82

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kinderhospizarbeit ist eine der emotional herausforderndsten Aufgaben in unserem Gesundheits- und Sozialsystem. Wenn ein Kind schwerstkrank ist und es sich dem Lebensende nähert, trifft das natürlich nicht nur das Kind, sondern die ganze Familie und das Umfeld. Die Eltern, die Geschwister, die Großeltern und die Freundinnen und Freunde stehen vor einer kaum mit Worten zu beschreibenden Belastung. Es ist wichtig, sie in dieser schweren Zeit zu unterstützen und ihnen den Raum, die Begleitung und die Hilfen zukommen zu lassen, die sie brauchen. Die meisten Familien wünschen sich, dass ihre Kinder in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Dies erfordert nicht nur medizinische, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung. Die ambulante Kinderhospizarbeit spielt hier eine zentrale Rolle. Ambulante Dienste leisten eine wertvolle Arbeit, indem sie betroffene Familien über viele Jahre hinweg begleiten – in der Krankheitsphase, im Sterbeprozess und oft lange darüber hinaus in der Trauerphase. In Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile fünf ambulante Kinderhospizangebote, die eine wertvolle und unverzichtbare Arbeit leisten. Der Ansatz „ambulant vor stationär“ hat sich bewährt. Die meisten Kinder verleben ihre letzten Monate nicht in einem stationären Hospiz, sondern im Kreis ihrer Familie zu Hause – dort, wo sie sich sicher und geborgen fühlen, wo sie hingehören. Ein eigenständiges stationäres Kinderhospiz über die zwei Plätze für schwerstkranke Kinder mit besonderem Pflegebedarf im Hospiz am Wohld hinaus konnte sich aufgrund der geringen Fallzahlen nach meinem Kenntnisstand nicht etablieren. Dennoch müssen wir sicherstellen, dass in besonderen Fällen stationäre Angebote zur Verfügung stehen. Hier besteht eine enge Kooperation mit der Sternenbrücke in Hamburg sowie mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, das über entsprechende Angebote verfügt. Eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung bedeutet aber nicht nur eine palliative Versorgung der erkrankten Kinder. Wir nehmen auch die Geschwisterkinder und die Eltern in den Blick, denn sie brauchen ebenfalls eine professionelle Begleitung, um den emotionalen Herausforderungen zu begegnen. Trauerbegleitung, Entlastungspflege und psychosoziale Unterstützung sind daher essenzielle Bestandteile einer ganzheitlichen Versorgung. Wir als Politik tragen die Verantwortung dafür, dass betroffene Familien nicht alleingelassen werden. Der Ausbau ambulanter Strukturen sollte weiter Priorität haben. Das bedeutet eine sichere und langfristige Finanzierung für die ambulanten Kinderhospizdienste, eine bessere Vernetzung der Angebote und die Unterstützung für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die mit großer Hingabe und Engagement tätig sind. Ihnen danke ich an dieser Stelle von Herzen für diese wertvolle Arbeit. (Beifall ganzes Haus) Die Hospiz‑ und Palliativversorgung hat in Schleswig-Holstein einen hohen Stellenwert, und es ist unser gemeinsames Ziel, diesen weiter zu stärken. Der vorliegende Antrag unterstreicht unser (Andrea Tschacher) Bekenntnis zur Unterstützung schwerstkranker und sterbender Kinder sowie ihrer Familien. Liebe Kollegin Pauls, ich habe mir auch das Zitat von Cicely Saunders herausgesucht und beende damit mit der freundlichen Genehmigung der Präsidentin meine Rede: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW)

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