Martin Habersaat
Vielen Dank, Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es geht um Bildung, dann bin ich da! (Christopher Vogt [FDP]: Sonst nicht?) Wir haben an verschiedenen Stellen darüber gesprochen, dass es – um optimalen Lernerfolg zu gewährleisten – verschiedener Bedingungen bedarf. Der Kollege Balasus nennt dann vor allem immer: Üben, Üben, Üben. Ich weise dann immer darauf hin, dass neben dem Üben, dem Fleiß und der Pünktlichkeit und dem, was sonst noch dazugehört, auch ein gewisses körperliches und seelisches Wohlbefinden dazugehört. Ich habe den Eindruck, dass die School Nurses diesem Wohlbefinden dienlich sein können. Deswegen finde ich es aus bildungspolitischer Sicht sehr sinnvoll, über solche Kräfte nachzudenken. (Beifall SPD, vereinzelt FDP und SSW) Wir reden hier weiter des Öfteren über multiprofessionelle Teams an Schulen. Damit ist gemeint: Es sind an den Schulen nicht mehr ausschließlich (Martin Habersaat) Lehrkräfte, sondern auch Menschen anderer Profession unterwegs. Das, was ich heute von der CDU und den Grünen dazu gehört habe, ist mir in der Debatte bisher weniger begegnet. Es war ein neues Argument, als Sie gesagt haben: Wenn unterschiedliche Professionen an den Schulen tätig sind, dann überschneiden die sich vielleicht in ihren Tätigkeiten und sind nicht genau abgegrenzt. Das scheint mir nicht so ganz tragfähig für die Zukunft zu sein. Ich will Ihnen ein praktisches Beispiel aus den Grundschulen im Lande geben. In jeder Klasse muss ein sogenanntes Pflasterbuch geführt werden. Da dokumentieren die Lehrkräfte alles, was sie im Laufe des Tages an medizinischen Tätigkeiten verrichten. Meine Damen und Herren, glauben Sie mir, das ist mehr, als zu Ihrer Schulzeit verrichtet werden musste. Da geht es nicht mehr ausschließlich um das Pflaster in der großen Pause, das auf das Knie geklebt werden muss. Wir hätten hier einen konkreten Ansatzpunkt, um Lehrkräfte zu entlasten. Das ist ja etwas, was die Ministerin, als sie noch da war, als wichtigen Punkt angesprochen hat, nämlich dass wir Lehrkräfte entlasten, sodass sie sich auf den Unterricht fokussieren können. Ein letzter Punkt inhaltlicher Art: Liebe Kollegen von CDU und Grünen, Sie sollten in den nächsten Jahren nicht alles, was in diesem Land bildungspolitisch diskutiert wird, an die PerspektivSchulen überweisen mit der Ansage: Da hat die Bundesregierung netterweise Geld zur Verfügung gestellt. Dann sollen die Schulen das doch von diesem Geld machen. Klammer auf: Dann müssen wir als Land nichts mehr damit zu tun haben. Das kann nicht der Ansatz sein. Auch so sind die Mittel, die den PerspektivSchulen zur Verfügung stehen, letztlich irgendwann verplant. Dort hat man ja Konzepte, und die laufen dann. Da kann nicht alles zusätzlich aus diesem Programm finanziert werden. Deshalb sollten wir den Ansatz aufnehmen, uns zu fragen, ob die Krankenkassen vielleicht beitragen können. Darüber sollten wir im Sozialausschuss unbedingt beraten, im Bildungsausschuss dann über den zusätzlichen Anteil. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD, FDP und SSW)
