Karin Prien
Nein, ich möchte gerne fortfahren. (Dr. Heiner Garg [FDP]: Natürlich nicht!) – Das können wir alles im Detail im Bildungsausschuss beraten. (Dr. Heiner Garg [FDP]: Über die jungen Frauen, die schwanger werden, reden wir im Bildungsausschuss!) Meine Damen und Herren, ich kann heute ankündigen, dass wir bei allen Sparmaßnahmen den Blick darauf haben werden, vor allem an den Grundschulen möglichst geringe bis keine Auswirkungen auf die Unterrichtsversorgung zu haben. (Unruhe) Das ist uns gemeinsam ein großes Anliegen. Wir werden weiter an den weiterführenden Schulen auf die basalen Kompetenzen setzen, denn es kommt darauf an, dass die basalen Kompetenzen besser als bisher vermittelt werden. (Ministerin Karin Prien) Wie kriegen wir das eigentlich hin an den Grundschulen, dass der Unterrichtsausfall so gering ist? Weil wir alleine zur Gewährleistung der verlässlichen Grundschule rund 500 zusätzliche Stunden in die Grundschule geben. Das gehört übrigens auch zur Unterrichtsversorgung. Herr Habersaat, weil ich da besonders empfindlich bin: Selbstverständlich werden weiter mehr Unterrichtsstunden in die Gemeinschaftsschule gehen, so wie es bisher gewesen ist – und zwar sowohl mit Blick auf die Kontingentstundentafel als auch mit Blick auf die Differenzierungsstunden. Wir haben mehr Unterrichtsstunden in der Kontingentstundentafel an der Gemeinschaftsschule. Dabei bleibt es. Sämtliche Differenzierungs- und Poolstunden bleiben im System, meine Damen und Herren. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zusätzlich werden wir über das Startchancen- und PerspektivSchul-Programm weitere Ressourcen vor allem in die Grundschulen und in die Gemeinschaftsschulen hineingeben, sodass die Situation sich an diesen Schulen in unserem Land verbessern wird. Ich will noch ein paar Sätze zu dem Ausfall unserer Lehrkräfte sagen: Das ist ein Sachverhalt, der mir sehr zu denken gibt. Das ist allerdings natürlich überhaupt nicht nur im Lehrerbereich der Fall. Das ist im Erzieherinnenbereich der Fall, das ist gesamtgesellschaftlich der Fall. Es ist in Deutschland anders als in anderen OECD-Ländern. Wir haben in Deutschland die höchsten Krankenstände. Das ist schon ein Thema, mit dem wir uns tatsächlich beschäftigen müssen. Wir tun das, wir gucken sehr darauf, wie wir auch Entlastungsfaktoren für Lehrkräfte schaffen können. Ich will Ihnen zwei Dinge nennen, mit denen wir das im Augenblick versuchen, um dann zum Ende zu kommen. Erstens. Wir werden jetzt mit unserem Modell Abordnung Plus besonders die Schulen in den Regionen in den Blick nehmen, in denen die Situation besonders schwierig ist. Denn das ist eben auch Realität in unserem Land. Es gibt junge Menschen, die haben keine Lust mehr, sich fernab von ihrem bisherigen Lebens- oder Studienort auf Lehrerstellen zu bewerben. Das brauchen sie auch nicht, weil wir einen Markt haben, in dem sich junge Menschen heute – man kann auch sagen: erfreulicherweise – aussuchen können, wo sie gerne arbeiten möchten. Wir werden hier ein Anreizsystem schaffen, um junge Menschen, die bei uns als Lehrkräfte anfangen, in den ersten drei Jahren in die Bedarfsregionen zu bekommen. Wir haben auf die erste Runde, die wir jetzt gerade ausgeschrieben haben, eine gute Resonanz für unser Modell Abordnung Plus. Ich glaube, dass das ein wirklich gutes Modell ist. Außerdem werden wir für die Schulen Möglichkeiten schaffen, weiteres Personal einzustellen, das die Lehrkräfte zukünftig unterstützen soll. Das habe ich im letzten Sommer angekündigt. Zweitens. Wir werden das System der Schulassistenz weiter ausbauen und den Schulen die Möglichkeit geben, für weitere Aufgaben und dann eben auch mit entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen und tariflichem System unterlegt an den Schulen zu arbeiten. Das ist nicht ganz einfach, weil wir bisher in unserem Besoldungssystem eigentlich nur Lehrkräfte kennen. Dann kennen wir noch Schulassistenten. Wir müssen dazwischen etwas schaffen, mit dem wir Aufgaben abdecken können, die nicht zwingend von einer Lehrkraft erledigt werden müssen. Auch daran arbeiten wir mit Hochdruck. Ich hatte Ihnen im Sommer 2024 berichtet, dass in Kanada nur noch 70 Prozent der Kräfte an den Schulen Lehrkräfte sind. Die schaffen damit hervorragende Ergebnisse bei PISA. In diese Richtung werden wir auch gehen. Meine Damen und Herren, ich freue mich darüber, dass Sie an diesem Thema so intensiv arbeiten, wie wir das tun. Ich freue mich über weitere Debatten dazu im Bildungsausschuss. Ich bin für jeden Vorschlag dankbar. Wir prüfen jeden Vorschlag, aber wir arbeiten eben nach unseren Vorstellungen an einer Verbesserung der Situation. Das ist Aufgabe einer Regierung. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
