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Beate Raudies

SPD 30.01.2025 Sitzungen 20/79

Hört, hört!) Der Applaus ist für den nächsten Satz vorgesehen. Meine Damen und Herren, gemessen an Ihren eigenen Worten müssen wir sagen: Sie sind krachend gescheitert. (Beifall SPD, FDP und SSW) Klar ist: So kann es nicht weitergehen. Aber was tun? Da wäre Option eins. Wo weniger Stunden stattfinden sollen, können auch weniger Stunden ausfallen. Das ist der Weg, den die Landesregierung wählt. Brillant, wir geben einfach weniger Unterrichtsstunden. Oder wir schauen uns Option zwei an: Wir gucken, woran der Ausfall liegt, und tun etwas gegen die Ursachen. (Beate Raudies [SPD]: Zu anstrengend!) Der häufigste Grund für Unterrichtsausfall an den allgemeinbildenden Schulen ist die Erkrankung von Lehrkräften. Zwei Drittel aller Ausfälle gehen darauf zurück. Gehen wir also nicht gut mit unseren Lehrkräften um? Dafür gibt es einen weiteren Hinweis: Der Anteil der Lehrkräfte, die bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze im aktiven Dienst bleiben, liegt – wer möchte schätzen? – bei 16,5 Prozent. Nur 16,5 Prozent unserer Lehrkräfte bleiben bis zur regulären Altersgrenze. Und der Anteil der wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzten Beamtinnen und Beamten im Schulbereich steigt. Das behaupte nicht ich, das steht im aktuellen Personalstrukturbericht der Landesregierung. (Sandra Redmann [SPD]: Guter Bericht!) 2023 konnten Lehrkräfte in Schleswig-Holstein an einer anonymen Online-Befragung zu ihrer Arbeitsbelastung, ihrer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit teilnehmen. Dem Bildungsministerium stehen die Ergebnisse dieser Statuserhebung seit Januar 2024 zur Verfügung. Dem Landtag wurden diese Ergebnisse zunächst zum Ende des Jahres 2024 verspro- (Martin Habersaat) chen. Inzwischen wurde dies auf Anfang 2025 verschoben, und ich stelle fest: Das ist jetzt. Angesichts dieser dramatischen Zahlen erwarten wir als Landtagsfraktion, dass die Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Statuserhebung nicht weiter verzögert wird. Wir erwarten außerdem, dass Sie uns nicht nur die Zahlen präsentieren, sondern auch Wege aus dem Dilemma, denn Sie hatten jetzt ein Jahr Zeit, um sich solche Wege zu überlegen, meine Damen und Herren. (Beifall SPD, SSW und vereinzelt FDP) Eines will ich jetzt schon einmal sagen: Wir akzeptieren nicht Maßnahmen nach dem Motto, wir erforschen jetzt einmal drei Jahre lang an fünf Schulen, ob vielleicht zusätzliche Verwaltungskräfte die Lehrkräfte entlasten könnten. Neben Arbeitsschutz und Lehrkräftegesundheit gibt es eine weitere entscheidende Stellschraube, die Unterrichtsversorgung. Es ist eigentlich gar nicht zu fassen, dass vor dem Hintergrund der eben berichteten Zahlen und vor dem Hintergrund steigender Schüler_innenzahlen Stellen für Lehrkräfte in diesem Land gestrichen werden sollen. Es ist doch logisch: Wenn weniger Lehrkräfte an einer Schule unterrichten, als dort eigentlich benötigt werden, sind diese stärker belastet und fallen in der Folge häufiger aus. Im Januar 2018 äußerte Bildungsministerin Prien übrigens weitere große Pläne: Langfristig wolle man eine Unterrichtsversorgung von 105 oder 110 Prozent erreichen. Man wolle Lehrerstellen schaffen, die Qualität des Vertretungsunterrichts und von EVA verbessern und mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit schaffen. Und heute? – Heute reduzieren Sie die Unterrichtsversorgung. Heute zählen noch immer unbesetzte Stellen und langfristig ausfallende Lehrkräfte zur Unterrichtsversorgung. Heute steigt der Anteil der Lehrkräfte, die gar keine ausgebildeten Lehrkräfte sind, an Grundschulen inzwischen auf 17,3 Prozent. Acht Jahre Günther-Regierung, und das ist die dramatische Lage an den Schulen zulasten unserer Schülerinnen und Schüler. (Beifall SPD und SSW) Meine Damen und Herren, ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag, den alle Oppositionsfraktionen gemeinsam zugunsten unserer Schülerinnen und Schüler eingereicht haben. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD, FDP und SSW)

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