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Silke Backsen

GRÜNE 12.12.2024 Sitzungen 20/76

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, das werden heute sehr unterschiedliche Reden. (Heiterkeit – Zuruf CDU: Ach was!) „Der Landtag stellt fest, dass die Agrar- und Umweltpolitik nur mit den Menschen und nicht gegen sie funktioniert.“ (Beifall Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Das ist der erste Satz Ihres Antrags, lieber Kollege Kumbartzky. Natürlich kann die Agrar- und Umweltpolitik nur mit den Menschen funktionieren, denn wir Menschen sind es ja auch, die diese Politik machen, die Entscheidungen treffen und eben auch die Gesetze erlassen. Aber mir ist trotzdem gerade hier und heute noch mal wichtig, unsere Position dazu einmal kurz klarzustellen. Das wird nicht ganz so launisg wie bei den Vorrednern werden; ich bleibe trotzdem bei meiner Rede. Der Mensch war und ist ein Teil der Natur, und wir haben irgendwann angefangen, das Wort „Umwelt“ zu benutzen; etwas, von dem wir Menschen uns abgetrennt haben, aber das uns umgibt. Ehrlicherweise ist die Natur aber ein lebendiges Ganzes, und wir Menschen sind immer schon ein Teil davon gewesen und werden das auch immer bleiben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Systeme, die in der Natur vorkommen, sind durch eine hohe Diversität gekennzeichnet, und sie funktionieren immer in einem Kreislauf. Greifen wir Menschen in diese Systeme ein, dann wird aus diesem Kreislauf sehr schnell ein Förderband. Das ist der Unterschied. Natürliche Systeme sind auf Dauer angelegt, menschliche auf den Moment. Natürliche Systeme leben von der Vielfalt und können auch Schocks abfedern. Genau das macht sie resilient und in ihrer Gesamtheit eben auch effizient. Ich würde mir wünschen, dass wir Menschen wieder viel mehr erkennen, dass es nur mit der Natur geht, und dass dementsprechend eine Agrar- und Umweltpolitik nicht nur mit den Menschen, sondern auch nur mit der Natur funktioniert und funktionieren kann. (Silke Backsen) (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Sandra Redmann [SPD]) Dann legen Sie weiter dar, dass die Energiewende nur mit den Menschen und nicht gegen sie funktionieren kann. Das erstaunt mich wirklich, weil wir doch gerade in Schleswig-Holstein Vorreiter im Ausbau der erneuerbaren Energien sind. Eigentlich haben wir doch in den letzten Jahrzehnten hier bewiesen, dass wir die Bürger und Bürgerinnen beteiligen und früh einbinden. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Deshalb waren wir aus unserer Sicht auch so erfolgreich. Ja, die Niederungsstrategie ist gerade schon erwähnt worden, und sie darf natürlich in Ihrem letzten Antrag ebenso nicht fehlen wie das im Landesnaturschutzgesetz verankerte Vorkaufsrecht des Landes und, ach ja, der Wolf und das wirksame Wolfsbestandsmanagement. Was fehlt jetzt eigentlich noch? (Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gänsebraten!) – Die Gänse. Dann wäre die Themenliste der Evergreens komplett. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich brauche hier nicht noch einmal zu betonen, dass die Strategie für die Zukunft der Niederungen 2100 die Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung und Nutzung der Niederungen durch die dort wirtschaftenden Menschen beinhaltet. Das steht darin und sollte klar sein. Ich brauche auch nicht noch einmal zu betonen, dass es um eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Niederungen als Kulturlandschaft mit Wertschöpfungspotenzialen geht. Aber vielleicht sollte ich doch noch einmal erwähnen, dass zu den langfristigen Zielen der Strategie auch das Erreichen der Ziele des Klima‑, Gewässerund Biodiversitätsschutzes gehört. Das gehört auch dazu. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und nun: Auf geht's nach Büsum. Büsum ist das Tor zum Welterbe Wattenmeer. Ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin den Tourismus Marketing Service Büsum. „An kaum einem anderen Ort an der deutschen Nordseeküste lässt sich das Weltnaturerbe Wattenmeer so schön erleben wie in Büsum. Mit dem Wattenmeer direkt vor der Tür wird unsere Verantwortung dem Planeten gegenüber ganz besonders deutlich.“ (Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Oho!) „Deshalb strebt das Nordseeheilbad hohe Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit an und hat sich unter anderem das klimaneutrale Handeln zur Aufgabe gemacht.“ (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nachhaltigkeitsmanagement, Fairtrade-Gemeinde, Nationalparkpartner: In Büsum ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein Trendwort. Damit das auch in Zukunft so bleibt, ist es sicherlich gut, wenn ich ab und zu einmal vorbeikomme und nach dem Rechten schaue. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU – Heiterkeit Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Zum Schluss möchte aber auch ich danke sagen, und ich habe nicht so eine lange Geschichte. Ich möchte zum einen ein großes Dankeschön im Namen unserer gesamten Fraktion aussprechen. Zum anderen möchte ich ein persönliches Dankeschön von mir aussprechen; denn ich kann einfach nur danke sagen für eine wirklich kollegiale Zusammenarbeit und immer sehr nette persönliche Austausche und Gespräche. Wenn wir uns getroffen haben, war es wirklich immer sehr nett, und ich habe oft auch die schlechten Witze verstanden. (Beifall und Heiterkeit) Also, danke für die kollegiale Zusammenarbeit – und das bei einer weit voneinander entfernten politischen Haltung zu den wichtigsten politischen Punkten wie Meeres- und Naturschutz. Vielen, vielen Dank! Alles, alles Gute und bis bald in Büsum! (Lang anhaltender lebhafter Beifall ganzes Haus)

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