Heiner Rickers
– Ja, ich werde es mal versuchen. Das ist nicht so einfach, das gebe ich zu. Frau Präsidentin! Meine lieben Kollegen! Lieber Oliver Kumbartzky! Wer es schafft, auf diese Weise im Vorwege schon verabschiedet zu werden, der muss unwahrscheinlich viel richtiggemacht haben. (Heiner Rickers) Deshalb mein Dank an dich schon mal vorab! Wir haben wenige solcher Verabschiedungen, wie wir sie eben erlebt haben, hier im Plenum erlebt. Da hast du uns schon ganz viel voraus und auch sehr viel richtig gemacht. Darauf möchte ich ein wenig eingehen. Es beginnt vor über 500 Jahren mit der Schlacht bei Hemmingstedt. (Heiterkeit) Das ist tatsächlich so, und ich habe bei Wikipedia, ich zitiere mit der Erlaubnis der Präsidentin, Folgendes gefunden: Heute noch prägt die Schlacht von Hemmingstedt die sogenannten Dithmarscher, insbesondere beim „Zusammengehörigkeitsgefühl“ und bei dem „Selbstverständnis“. Wir haben ja mehrere Dithmarscher hier im Raum. (Heiterkeit SSW) Ich glaube, die können das nur bestätigen. (Andreas Hein [CDU]: So ist es!) Genau das, Olli, trifft für dich zu. Es ist eigentlich nur eine kurze Epoche gewesen; sie haben ihn mal 15 Jahre aus Dithmarschen rausgelassen, und dafür gibt es auch eine Begründung. Dazu komme ich noch. Ihr Urgroßvater hat den Kanal mitgebaut. Es hält sich nach wie vor die Legende in der Familie Kumbartzky, dass der Kanal in Dithmarschen unter seiner Verantwortung oder Mithilfe – Urgroßvater und Großvater – nur da, wo er heute verläuft, gebaut worden ist, weil man sich damals schon eine natürliche, breite Wasserschneise als Grenze Richtung Osten – Kreis Steinburg, mein Wahlkreis – bauen wollte. (Heiterkeit Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Und das war erfolgreich. Die Elbe, die Nordsee, die Eider oder der Kanal und Dithmarschen haben sich – jetzt sind wir wieder bei Hemmingstedt – dermaßen eingeigelt oder vielleicht auch einen Wall um sich herumgebaut. Genau dafür steht auch Herr Kumbartzky, (Heiterkeit) und er hat das Ganze unterstützt und genau so gelebt. Angefangen hat das Ganze im Jahr 2009 hier am Landtag – auch dafür gibt es eine Geschichte oder eine Begründung –, Herr Kumbartzky, mit der Initiative „WIR FÜR Dithmarschen“. Da gab es einen jungen Mann, der noch gar nicht so richtig parteipolitisch gebunden war, aber mit dem Geist der Dithmarscher von Freiheit, Unabhängigkeit und eigener Entscheidung unterwegs war: „WIR FÜR Dithmarschen!“ Es gab eine Kreisgebietsreform, angeschoben vom damaligen Innenminister Dr. Stegner, und wer war dagegen? – Natürlich der Dithmarscher, heute Abgeordneter und damals junger Mann, noch gar nicht so richtig in der FDP engagiert und umworben von der CDU. Deshalb auch die Überschrift, die aus unserem Agrarpapier vom letzten großen Parteitag im Sommer stammt: Die Umwelt- und Agrarpolitik mit den Menschen machen. (Zuruf Tobias Koch [CDU]) Das zeigt die große Verbundenheit zu uns. (Beifall und Heiterkeit CDU, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, FDP und SSW) – Eine Stimme fehlt. Angefangen hast du sehr erfolgreich mit dieser Initiative „WIR FÜR Dithmarschen“ Zu dem Zeitpunkt haben ihn wirklich alle Dithmarscher lieben und kennengelernt. Dementsprechend hat natürlich auch die Landes-FDP einen Piek auf ihn geworfen, ihn angeworben oder vielleicht von der CDU entfernt, abgeworben und letztendlich dafür gesorgt, dass er über die Landesliste im Jahr 2009 gemeinsam mit einigen Kollegen hier in dieser Runde in den Landtag gewählt worden ist. Wir haben gemeinsam lange versucht, Agrar- und Umweltpolitik in bessere Zeiten zu überführen, oder gute Dinge, die auch in Dithmarschen ihren Ursprung finden, begleitet. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW) Versucht hast du dich in Dithmarschen als Kapitän, als Kapitän für die Wattolümpiade, am Elbstrand oder im Elbwatt. Er will es als Bürgermeister von Büsum in das ganze Watt hinein ausweiten; er war „Kapitän vom Watt“, oder: „Kapitän vom Nationalpark Nordsee“. Das wird auf jeden Fall so geschehen. Sie sind in Ihrem Antrag darauf eingegangen, dass wir natürlich – für Dithmarschen wichtig – eine Niederungsstrategie für die Wasserwirtschaft tatsächlich nur mit den Menschen gestalten können. Da gebe ich Ihnen umfänglich recht. Was ist in Dithmarschen geblieben? Wir haben nach wie vor die meistproduzierten Kohlköpfe – wichtig –, darauf ist er gar nicht eingegangen. Wir (Heiner Rickers) haben die höchste Dichte und in absoluten Zahlen auch die größten Bestände an Schafen; wichtig für die Deiche und wichtig für das Wolfsmanagement, da sind wir uns ja einig. (Zuruf Dr. Heiner Garg [FDP]) – Ja, keine Wölfe auf den Deichen. – Wir haben die längsten Deichlinien, und wir haben die meisten Windmühlen. Deswegen ist das wichtig. Die Windmüller brauchen Platz für ihre Mühlen, aber auch Platz, wenn sie wieder anbauen wollen, nämlich landwirtschaftliche Flächen. Deswegen ist die Frage nach einem Vorkaufsrecht im Landesnaturschutzrecht immer wieder wichtig. Aber ich muss Sie enttäuschen. Heute bekommen Sie da nicht unsere Zustimmung. (Christopher Vogt [FDP]: Was!) Persönlich möchte ich Ihnen, lieber Oliver Kumbartzky, sagen: Wir alle hier in diesem Plenum haben immer ganz hervorragend zusammengearbeitet, und wir haben uns in diesen Bereichen selten heftig gestritten. Das zeichnet uns aus. Das ist überschaubar; wir arbeiten familiär zusammen. Uns fehlt eine Stimme von der CDU. Ich habe am Anfang der Legislaturperiode ab und an einmal überlegt, ob Kumbartzky der Richtige gewesen wäre. (Christian Dirschauer [SSW]: Aha! – Weitere Zurufe) – Ja, aber nur inhaltlich. – Jetzt ist er zum Bürgermeister in Büsum gewählt. Da geht er wieder zurück in seine Heimat, und auch das hat eine Begründung. Es gibt in Büsum die größte Krabbenfischerflotte im norddeutschen Raum, und er hat sich zur Aufgabe gesetzt, diese nicht nur zu erhalten, sondern auch auszubauen und ihr nach wie vor das Krabbenfischen in der Nordsee zu ermöglichen. Wenn dir das alles gelingt, dann hast du vieles richtig gemacht. Höchste Anerkennung von meinen Kollegen aus dem Agrar- und Umweltbereich und von unserer CDU-Fraktion! Herzlichen Dank für alles und alles Gute! (Lang anhaltender lebhafter Beifall ganzes Haus)
