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Malte Krüger

GRÜNE 11.12.2024 Sitzungen 20/75

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Unser Ziel ist es, dass kein Mensch die Schule ohne Schulabschluss verlässt. Da sind wir uns im Landtag alle einig. Aktuell haben wir bei Schulentlassungen circa 4,4 Prozent Abgänger_innen ohne Schulabschluss. Natürlich ist das nicht unser Anspruch, sondern unser Anspruch ist, dass wir diese Zahl verringern. Jetzt ist die Frage: Warum verlassen Schülerinnen und Schüler das System Schule ohne Abschluss? Ich denke an meine Schulzeit zurück. Ich bin erst auf der Realschule in Glückstadt gewesen. Ich weiß von meinen damaligen Mitschülern, dass die Gründe dafür, die Schule zu verlassen, sehr vielfältig sind. Das ist zum Beispiel die Unkenntnis darüber, was es für Möglichkeiten im berufsbildenden Bereich gibt, was es für Ausbildungsberufe gibt, was es im nächsten Ort an Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Es gibt zum Beispiel den Grund, dass man mit Suchtfaktoren zu kämpfen hat, es gibt vielfältige Gründe. Deswegen müssen unsere Lösungsansätze möglichst vielfältig sein, um darauf reagieren zu können. Ein paar Punkte haben wir in unserem Antrag dazu aufgestellt: Zum Beispiel müssen wir erstens am Übergang Kita–Grundschule, aber auch Grundschule–weiterführende Schule weitere Verbesserungen einführen, weil eben genau an diesen Schnittstellen oft Schüler_innen verlorengehen. Zweitens müssen wir bei der Schüler_innen-ID vorankommen, über die es eine bundesweite Debatte gibt, sie einzuführen. Das halte ich für absolut richtig. Das sollten wir machen, weil wir einfach viele Kenntnisse gar nicht haben. Andere Länder sind uns da weit voraus, die viel besser nachvollziehen können, warum bestimmte junge Menschen im Bildungssystem verlorengehen. Deswegen ist das sehr wichtig, dass wir diese Schüler_innen-ID bekommen. Wenn es auf Bundesebene nicht gelingt, halte ich es für richtig, dass wir als Land vorangehen und dafür sorgen, dass wir in Schleswig-Holstein eine Schüler-ID bekommen. Dann gibt es drittens etwas, das wir in dieser Legislaturperiode schon sehr oft diskutiert haben, wo Schwarz-Grün in meinen Augen richtigerweise einen Schwerpunkt setzt – nämlich, dass wir bei den basalen Kompetenzen in Mathe und Deutsch weiterkommen. Drittens geht es um Rechnen, Schreiben und Lesen. Das sind ganz basale Kompetenzen, die Schüler_innen mitbringen müssen, um heute in der Arbeitswelt klarzukommen. Wir reden oft über Fachkräftemangel, aber auch der Fachkräftemangel wird nicht dazu führen, dass Menschen ohne diese Kompetenzen gebraucht werden. Diese Kompetenzen sind grundsätzlich; die braucht in dieser Welt jeder Mensch. Ein vierter Punkt ist, dass wir die Kontaktaufnahme für die Berufsberatung erleichtern. Da schauen wir uns den § 31 a im SGB III an. Dazu haben wir in unserem Antrag auch eine Forderung. Wir wollen die Jugendberufsagenturen weiterentwickeln. Frau Zweig hat schon darauf hingewiesen: Die PerspektivSchulen sind beim Thema Schulabbrecher_innen essenziell, weil wir von den 135 Schulen, die im PerspektivSchul-Programm sind, zu Recht erwarten, und dass sie Möglichkeiten finden, um jede Schulabbrecher_in zu kämpfen. Das wollen diese Schulen auch. Ein weiteres Themenfeld, das wir uns angucken müssen, das eng mit Schulabbrecher_innen verknüpft ist, ist der Schulabsentismus. Das hat einen ganz engen Zusammenhang mit dem Verlassen der Schule. Da müssen wir eben pädagogische Jugendhilfe sowie rechtliche und psychische Hilfen bei der Evaluierung des Landeskonzeptes berücksichtigen. Das ist übrigens etwas, was man eventuell im Ausschuss noch viel vertiefter diskutieren sollte. Das sind alles Maßnahmen, die wir brauchen, um dieses Problem der Schulabbrecher_innen zu verringern. Unser Anspruch muss es sein, dass wir gar keine jungen Menschen mehr an der Stelle ohne Abschluss verlieren. Das sind schon einmal wichtige Grundsteine, die wir in unserem Antrag als Forderungen aufstellen. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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