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Kristina Herbst

22.11.2024 Sitzungen 20/74

Zu einem weiteren Kurzbeitrag hat die Abgeordnete Catharina Nies das Wort. Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleg_innen! Gern möchte ich als Flensburger Abge- (Catharina Johanna Nies) ordnete ein paar Worte ergänzen. Die Situation der beiden Werfstandorte in Flensburg und in Rendsburg ist sehr ernst: Etwa 530 Menschen und Familien bangen um die Arbeitsplätze, und ein Teil der jüngeren Belegschaft ist schon gegangen. Ich bin sehr froh – das will ich betonen –, dass wir uns fraktionsübergreifend einig sind, dass wir als Land dort unterstützen, wo wir unterstützen können, insbesondere bei der Suche nach neuen Investoren, die Windhorst ablösen. Es ist ganz wichtig, die Werften in diesem Übergang zu unterstützen und die Menschen nicht alleinzulassen, damit die Beschäftigten am Ende nicht ohne Arbeit dastehen beziehungsweise nicht ohne Arbeitsplatz; denn ohne Arbeit, ohne Tätigkeit stehen sie leider jetzt schon da. Es ist ganz schlimm, dass das Agieren von Windhorst dafür gesorgt hat, dass auf dem Werftengelände mittlerweile der absolute Stillstand herrscht, die Leute in der Kälte stehen müssen, in kalten Hallen, und frieren. Ich finde, es ist reine Schikane, dass sie dazu aufgefordert sind, jeden Morgen dort zu erscheinen, jeden Tag die Zeit dort in der Kälte abzusitzen. Dieses Nichtstun, was dort gerade herrscht, schlägt noch einmal mehr auf die Psyche und sorgt noch einmal mehr dafür, dass die Unsicherheit noch viel, viel größer wird. Wir vier Flensburger Abgeordneten waren letzte Woche gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten und dem Wirtschaftsminister dort, und ich fand es richtig gut, dass wir da alle gemeinsam standen und gemeinsam unsere Solidarität mit den Beschäftigten gezeigt haben. Da arbeiten Menschen seit 30, 40 Jahren. Einer hat noch einmal ganz deutlich zu mir gesagt: „Mein Vater hat hier schon gearbeitet, mein Großvater hat hier schon gearbeitet. Es ist Familientradition bei uns, hier in der Flensburger Schiffbaugesellschaft zu arbeiten. Das gibt man nicht einfach so auf, diese Familientradition, da kündigt man nicht einfach so.“ – Ich finde es Wahnsinn, diese Verbundenheit, dieser Rückhalt, den das Unternehmen Flensburger Schiffbaugesellschaft dort hat – nicht der Investor Lars Windhorst, der sich da seit langer Zeit nicht mehr sehen lässt und nicht einmal in der Lage ist, die Löhne pünktlich zu zahlen und diese Hilfskasse aufzufüllen. Das ist auch etwas, was die Menschen sehr aufregt. Aber die Verbundenheit mit diesem Traditionsunternehmen, mit der Tätigkeit, mit der Wertigkeit der Tätigkeit, die man dort hat, mit dem Schiffbau, das ist da zu spüren. Das ist eine Stärke, die einfach keiner kaputtmachen darf. Ich bin sehr froh, dass wir zeigen, dass wir unterstützen werden, damit hoffentlich eine Lösung gefunden werden kann. Ich wünsche allen Beschäftigten von FSG und Nobiskrug, dass diese Zitterpartie bald ein Ende hat, Herr Windhorst endlich den Weg für neue Investoren freigibt und wir einen Neuanfang finden können, damit sich alles zum Guten wenden kann. – Ich danke Ihnen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und SSW)

Protokoll ↗