Annabell Krämer
Gestatten Sie eine weitere Zwischenfrage oder Anmerkung der Kollegin Nitsch? Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur: Ich würde auch mit Blick auf die Zeit meine Rede gern zu Ende bringen. (Zurufe) Es gibt die Chance, dass sich beim Thema CCS gemeinsame Leitlinien herausstellen werden. Meine sind folgende: Es muss zuallererst darum gehen, die vorhandenen Emissionen zu reduzieren, das heißt, die Treibhausgasemissionen runterzufahren. Wir sprechen nur über Restemissionen. CCS darf nicht zur Ausrede werden, CCS darf uns klimapolitisch nicht faul machen. Dafür werden auch und vor allem die Preise sorgen, die CCS hat. Wir wissen, dass das eine sehr teure und nicht sehr effiziente Technologie ist. Es wird im Regelfall wirtschaftlicher sein, Emissionen zu sparen. Wir können uns keinen Hype um CCS leisten, der uns faul werden lässt. Es braucht hohe Sicherheitsstandards. Wir wissen, dass es Restrisiken gibt. Seismizität, Lärm, Emissionen, Leckagen – all das sind Sicherheitsrisiken, die es gibt, mit denen umgegangen werden muss. Nature-based Solutions, also natürliche Senken, müssen immer vorgehen. Wir müssen sie vollständig erschließen. Das, was hier von der Koalition heute vorgelegt wird, ist eine gute, richtige, notwendige Neujustierung der Position in Schleswig-Holstein, die sich im Übrigen gut in die Nachbarschaft einfügt, in der wir leben. Norwegen geht den Weg, Dänemark geht den Weg, und die Niederlande gehen den Weg sehr offensiv. Ich werbe dafür, dass wir die gesellschaftliche Debatte verantwortungsvoll führen, dass wir keine Angst machen, dass wir die Risiken klar benennen, dass wir aber auch nie vergessen, die Risiken von CCS gegenüber den Risiken abzuwägen, die durch Emissionen und Restemissionen auf die Gesellschaft zukommen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
