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Sybilla Nitsch

SSW 21.11.2024 Sitzungen 20/73

Diese Unterstellung weise ich zurück. Wir können uns auch gerne noch mal fachlich darüber austauschen, ob es andere Wege gibt. (Zuruf Peter Lehnert [CDU]) Wenn ich das richtig vernehme, ist es jetzt auch nicht so, dass man diese hundertprozentige Zustimmung aus grünen Kreisen verspüren kann, auch wenn man das natürlich hier sagen muss. Ich glaube, dass das bei Ihnen in der Partei noch durchaus umstritten ist. Das können Sie ja mal mitnehmen. Ich möchte Ihnen aber noch eine Frage stellen. Ich habe mir einen Fall in den Niederlanden angeguckt, bei dem man errechnet hat, dass, wenn man an der einen Stelle in der Nordsee verklappt, bezogen auf 15 Jahre von 4 Milliarden Euro Kosten ausgehen würde. Wir müssen auch mit Milliarden Euro Kosten rechnen, wenn wir dieses System aufbau- (Lasse Petersdotter) en. Sehen Sie, dass diese Milliarden Euro Kosten, die dafür entstehen, und auch der hohe Energieverbrauch, der immer noch vom Umweltbundesamt angemahnt wird, in einem Verhältnis zu den Eingriffen steht, die Sie dann nachher in der Nordsee vornehmen? Meinen Sie, das steht im Verhältnis? Noch mal auf das Ökosystem Nordsee bezogen: In Nordfriesland – ich sage wieder Nordfriesland, aber an der ganzen Westküste ist es so –: Bei jedem einzigen kleinen Eingriff an einer Hafenanlage, auch wenn es um eine Erweiterung geht, gibt es einen riesen Aggewars. Dann heißt es immer: Es ist ein Eingriff ins Ökosystem, das können wir nicht machen, unverantwortlich. – Aber jetzt wollen Sie CO in der Nordsee verklappen. 2 Finden Sie, dass das in der Argumentation zusammenpasst? – Wir haben gerade die grüne Position angesprochen. Die grüne Position haben wir auf dem Landesparteitag festgehalten. Dass es dazu Kontroversen gibt, ist überhaupt gar keine Frage. Trotzdem, und um die Antwort dann auf die Einzelpunkte zu geben, ist die grüne Position, dass die Unternehmen, die davon profitieren, das bezahlen sollen und es nicht vornehmlich eine staatliche Aufgabe wäre (Peter Lehnert [CDU]: Genau!) und dass selbstverständlich der Energieaufwand, der dafür notwendig ist, erneuerbar ist. Es würde alles keinen Sinn ergeben, wenn man das Ganze dann quasi über Kohleenergie aktiviert. Das kann ich alles verstehen. Dass Sie immer wieder Nordfriesland anbringen, finde ich völlig legitim. Das ist Ihre Region, und es ist richtig, dass sie hier im Landtag vertreten wird, in der Perspektive auch. Deswegen glaube ich nicht, dass die Kontroverse in einer dieser Punkte besteht. Wenn es sich am Ende nicht rechnet, so wie es auch die Vertreterin von Wintershall Dea gesagt hat, ja, dann rechnet es sich nicht. Dann wird es auch nichts. Aber wenn es eben möglich ist, so die letzten Restemissionen zu vermeiden, dann sollten wir diese Möglichkeit nutzen – und das so sicher wie irgendwie möglich. Wenn es dann um den Nationalpark Wattenmeer geht: Ja, wir wollen keine Deponierung in dieser Region. Das haben wir eindeutig festgehalten. Wenn es dann zu Leitungen durch den Nationalpark kommt, dann muss man das unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen machen. Jetzt werden Sie sagen: Aber der Nationalpark! – Durch den Nationalpark laufen ja jetzt schon Leitungen. Es ist ja nicht so, als wäre solche Infrastruktur dort nicht vorhanden. Deswegen können wir uns daran, glaube ich, sehr gut orientieren. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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