Dr. Kai Dolgner
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unabhängig von Beschlüssen – die ich immer ganz zu lesen empfehle –, also wann welche Technologie eventuell unter welchen Vorbedingungen, die alle überhaupt nicht erfüllt sind – das wissen Sie auch, Frau Schmachtenberg, deshalb haben Sie den anderen Teil auch nicht vorgelesen –, zum Einsatz kommen würde (Zuruf Cornelia Schmachtenberg [CDU]) – stellen Sie mir eine Zwischenfrage, ich erkläre Ihnen das gern –, komme ich zu der Fragestellung, welche anderen Möglichkeiten es gibt: zum Beispiel durch Holzkohlezuschläge oder Tierkohlezuschläge im Zement das CO zu binden. Punkt eins. 2 Aber das ist nicht die Frage eines einzelnen Verfahrens – wir suchen immer nach dem weißen Ritter, der irgendetwas machen soll –, sondern es ist die Frage: Schaffen wir es, weniger CO zu produzie2 ren, als die Welt binden kann? Das ist die Frage. (Beifall SPD und SSW) Deshalb ist die Frage „Wohin mit dem CO ?“ unter2 komplex. Sie stoßen alle CO aus. Kriegen Sie in 2 Zukunft Abscheidemasken? – Nein, natürlich nicht. Es gibt übrigens eine ganz einfache Möglichkeit, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen: Reduzieren Sie den Fleischkonsum aller auf 20 Kilogramm, dann brauchen Sie die ganzen anderen Sachen nicht mehr. (Claus Christian Claussen [CDU]: Pro Tag? – Vereinzelte Heiterkeit CDU) – Darüber kann man sich lustig machen. Aber wenn man ernsthaft darüber redet, wenn man wirklich glaubt, dass die Zukunft – nicht des Planeten, sondern unserer Spezies – davon abhängt, dann darf man das diskutieren. Bei der Frage des echten CO -Senkens, wo das 2 CO also gebunden wird, stellt sich auch die Frage, 2 wie viel CO ich für wie viel Geld senken kann. 2 Das ist die gleiche Frage wie bei der Energieerzeugung: Wie viele Kilowattstunden erneuerbare Energie ich für wie viel Geld, mit wie viel Aufwand und wie vielen Ressourcen produzieren kann. Erst wenn man diese Betrachtung anstellt, kommt man zu einem vernünftigen Ergebnis.
