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Karin Prien

20.11.2024 Sitzungen 20/72

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es scheint Konsens in diesem Hause zu sein, dass finanzielle Bildung wichtig ist – nicht nur mit Blick auf Altersvorsorge und Vermögensbildung, sondern auch mit Blick auf die Mündigkeit von jungen Menschen und im Hinblick auf Schutz vor Betrug. Es sind viele andere Themen genannt worden, Bildung für nachhaltige Entwicklung spielt etwa eine Rolle bei Anlageentscheidungen. Andere haben auf andere Schwerpunkte hingewiesen. Ich teile das alles. Das ist wichtig für junge Menschen. Insbesondere teile ich die Auffassung von Frau Waldinger-Thiering, dass das eine gesamtgesellschaftliche Verantwortlichkeit ist. Es ist an dieser Stelle auch die Verantwortung der Eltern, aber auch von anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Nicht zuletzt ist es auch eine Verantwortung der Banken und Versicherungen, die das übrigens bereits wahrnehmen. Das ist eine gute Sache. Diese Erkenntnisse haben wir nicht erst, seitdem die OECD-Studie erschienen ist oder die EU und die ehemalige Bundesbildungsministerin das zum Thema gemacht haben. Wir haben sie bereits in unseren Fachanforderungen zur finanziellen Bildung verankert. Das ist hier von vielen ausgeführt worden. Die verschiedenen Anknüpfungspunkte in den verschiedenen Fächern sind dargelegt worden. Ich will den Schulen an dieser Stelle ausdrücklich danken dafür, dass sie das Thema finanzielle Bildung sehr häufig auch mit externen Partnern zum Thema machen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass es richtig ist, die Schulen zu öffnen und externen Akteuren die Möglichkeit zu geben, zu diesen Themen vorzutragen, Planspiele zu machen im Bereich Entrepreneurship Education, auch Wissen und (Ministerin Karin Prien) ganz praktische, handfeste Anleitungen zu vermitteln. Alles prima, machen wir. Wir schauen uns auch gerne die Unterrichtsmaterialien an, die von anderen erarbeitet werden und stellen sie auf unserer Website zur Verfügung. Das werden wir zukünftig in einem noch größeren Umfang machen. Aber ich will sehr deutlich sagen, dass wir keine eigenen Unterrichtsmaterialien dazu entwickeln werden. (Christopher Vogt [FDP]: Das hat auch niemand gefordert!) Ich will auch erklären, warum. Ich könnte jetzt eigentlich Schluss mit meiner Rede machen, ich will aber erklären, warum wir das nicht tun. Ich bin, genau wie Frau Waldinger-Thiering, der Meinung, dass wir große Probleme in unserem Bildungssystem haben. Wir müssen uns jetzt konzentrieren und Prioritäten setzen, meine Damen und Herren. (Beifall CDU) Heute und in jeder Sitzung dieses Parlaments erhalten wir eine Mehrzahl von Anträgen aus diesem Haus über Dinge, die Schule zusätzlich noch vermitteln soll. Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen: So wird es nicht funktionieren. Deshalb werden wir es auch nicht machen. (Beifall CDU – Zuruf Annabell Krämer [FDP])

Protokoll ↗