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Karin Prien

20.11.2024 Sitzungen 20/72

Okay. – Ich bin froh, dass die Schulen sich nahezu alle auf einen systematischen Weg zur Medienkompetenzvermittlung gemacht haben. Wenn ich kurz etwas zum DigitalPakt einwerfen darf: Zufällig hat Cem Özdemir mir gerade während der Debatte eine SMS geschickt. (Zurufe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Oh!) Wir sprechen über das Thema. Ich bin guter Dinge. Wir haben in der nächsten Woche eine Ministerrunde, in der wir das Thema weiter bewegen werden. Ich glaube, wir kriegen da noch in dieser Legislatur etwas hin – und wenn es nur ist, dass wir so weit vorbereitet sind, dass es in der nächsten Legislatur dann schnell verabschiedet werden kann. Da besteht also durchaus noch Hoffnung, meine Damen und Herren. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Zu ICILS, Herr Habersaat, würde ich nur so viel sagen wollen: Deutschland steht bei der Frage des Verhältnisses der digitalen Endgeräte pro Schüler gut da, sehr viel besser als die meisten anderen Länder. Trotzdem ist Deutschland nicht besonders gut in Sachen Medienkompetenz, was äußerst bedauerlich ist. Wenn Sie sich die Studie näher angucken, sehen Sie: Das eigentliche, wirklich schockierende Problem ist, dass nur rund 40 Prozent der Schulleitungen der Meinung sind, dass das Einsetzen von digitalen Medien im Unterricht Sinn macht. Da geht es gar nicht allein um SchleswigHolstein, die Studie ist, wie gesagt, nicht länderscharf. Solange wir Schulleitungen haben, die hierzu nicht eine richtige Haltung haben, und solange die Haltung auch bei den Lehrkräften nicht vorhanden ist, sorry, solange wird es auch nichts werden. Da können Sie Geräte zur Verfügung stellen, bis der Arzt kommt. Das wird es nicht sein. Was Sie aber tun müssen, ist, Medienkompetenz systematisch in den Schulen zu verankern. Wir haben ja uns über Jahre auch von Frau Professor Eickelmann, die die Studie verantwortet, beraten lassen und haben deshalb das Programm „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ eingeführt, das genau die Aufgabe hat, in den Regionen den Schulen in den einzelnen Fächern mit Medienfachberaterinnen zu vermitteln, wie sie den Fachunterricht verbessern können, wie sie Medienkompetenz verbessern können. Denn der Schlüssel zu besserer Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern ist die bessere Medienkompetenz von Lehrkräften. Es ist leider wieder so: Es kommt auf die Lehrkräfte an. – Der alte Hattie-Satz ist auch an dieser Stelle richtig. Deshalb, meine Damen und Herren, ist es so wichtig, dass wir dieses Programm weiter umsetzen. Natürlich ist das Zertifikat „Internet-ABC-Schule“ weiter ein wertvolles Zertifikat, genauso wie die Angebote von „Journalismus macht Schule“, bei dem wir eines der ersten Bundesländer sind, die einen Kooperationsvertrag haben, und viele andere Maßnahmen, die wir in Schleswig-Holstein umsetzen. Ich habe schon wieder zu lange gesprochen, ich könnte Ihnen noch sehr viel dazu erzählen. Es ist ein wichtiges Thema. Wir werden da dranbleiben, denn wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler bessere Medienkompetenzen haben. Wir wollen, dass unsere Lehrkräfte über bessere Medienkompetenz verfügen, und deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Protokoll ↗