Karin Prien
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich bin zunächst einmal den Fraktionen für (Ministerin Karin Prien) die beiden Anträge sehr dankbar. Medienbildung, digitale Bildung ist nach wie vor ein Schwerpunkt der Arbeit der Landesregierung im Bereich Schule. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob sich die Herangehensweise von Opposition und Regierungsfraktionen hier wirklich so sehr unterscheidet. Aber das wird man dann vielleicht im Ausschuss besser sehen. Ich glaube, einig sind wir uns doch darüber, dass wir eine gesellschaftliche Debatte über die Schattenseiten sozialer Medien brauchen. Das ist von verschiedenen Rednern hier ja ausgeführt worden. Das will ich nicht wiederholen. Ich glaube, wir sind uns auch einig darüber, dass es natürlich am Ende darum geht, junge Menschen so zu bilden und zu erziehen, dass sie damit einen verantwortungsvollen Umgang pflegen können. Dazu gehört natürlich ohne jeden Zweifel eine gute Medienbildung. Das hat, glaube ich, auch noch nie irgendjemand in Abrede gestellt. Die Frage ist nur, wann man damit beginnt, wie man das sinnvollerweise macht. Ich finde, alles andere ist mehr oder minder unstreitig. Die Debatte über die Frage, wie wir unsere Kinder und Jugendlichen schützen, haben wir in den letzten Jahren in Deutschland, ehrlich gesagt, nicht richtig gut geführt. Andere Länder haben das besser gemacht, meine Damen und Herren, und ich denke, da haben wir Nachholbedarf. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Denn es ist ja kein Zufall, dass etwa in Australien jetzt umgesetzt werden soll, dass der Zugang zu sozialen Medien erst ab 16 Jahren erlaubt werden soll. Es ist kein Zufall, dass der französische Präsident eine Kommission einberufen hat und auch dort Handynutzungsverbote ausgesprochen hat: Dazu gehören natürlich ein Verbot von Smartwatches bis 14 und ein Verbot der Nutzung sozialer Medien bis 18 Jahren, was jetzt umgesetzt werden soll. Wir erleben vergleichbare Entwicklungen in Italien, wir erleben sie in Großbritannien, wir erleben sie in den skandinavischen Staaten. Wir haben immer mehr Elterninitiativen, wie zum Beispiel „Smarter Start ab 14“, die sich hier sehr intensiv engagieren. Wir haben übrigens in Hamburg inzwischen ganze Schulverbünde, wo sich Eltern und Schulleitungen zusammenschließen, um ein Handynutzungsverbot an den Grundschulen umzusetzen. Das ist schon ein Thema, und ich finde, damit müssen wir uns auch in Schleswig-Holstein noch intensiver auseinandersetzen. Wir haben inzwischen eine Studienlage, die das nahelegt, auch Metastudien liegen uns inzwischen vor. Die Ergebnisse dieser Studien sagen schon sehr eindeutig, dass ein Handynutzungsverbot messbar positive Wirkung auf das soziale Wohlbefinden und auf die Lernleistungen der Kinder hat. Das sind schon Dinge, die wir ernst nehmen müssen, und da können wir uns nicht wegducken, meine Damen und Herren. Natürlich gehören die Eltern hier mit an Bord. Es macht keinen Sinn, das in der Schule zu machen, wenn dann hinterher in den Kinderzimmern die Handys nachts auf dem Nachttisch liegen. So kann es natürlich nicht gehen. Deshalb haben wir ja sehr konsequent die Schulen nicht nur aufgefordert, in der Schulkonferenz über die Handynutzungsfrage mit der klaren Vorgabe, dass Handynutzung in den Grundschulen nicht mehr erlaubt ist, zu sprechen, sondern die Schulen auch dazu aufgefordert, mit den Eltern dazu in einen Dialog zu treten. Trotzdem ist Medienbildung unbedingt erforderlich, auch schon in der Grundschule. Wie erheben die IT-Ausstattung und Medienbildung in Schleswig-Holstein jenseits von ICILS, denn ICILS ist nicht länderscharf. Daran haben acht Schulen aus Schleswig-Holstein teilgenommen, das ist also nicht sonderlich aussagekräftig für uns. Aber wir machen ja eine eigene Erhebung. 94 Prozent der Schulen haben den Kompetenzbereich K1 – Recherchieren, Verarbeiten und Speichern – aus der KMK-Strategie in ihren schuleigenen Medienkonzepten implementiert. Medienkompetenz ist seit 2019 als Ergänzung zum allgemeinen Teil der Fachanforderungen in jeder Fachanforderung abgebildet. 75 Prozent der Schulen haben die Vermittlung von Medienkompetenz in mehreren Fächern verbindlich in ihren schulinternen Curricula verankert. Wir werden die Schulen verpflichten, ab dem Schuljahr 2025/2026 ihre schuleigenen Curricula auf ihren Websites zu veröffentlichen, sodass auch Eltern die Möglichkeit haben, hier entsprechend Einblick zu nehmen. Ich bin froh, dass die Fortbildungen zu diesem Thema in den letzten Jahren sehr gut besucht waren und über 250 Lehrer an den Zertifikatskursen zur Medienentwicklungsplanung teilgenommen haben, dass 590 den Zertifikatskurs Internet-ABC abgelegt haben – – (Unruhe – Glocke Präsidentin)
