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Malte Krüger

GRÜNE 20.11.2024 Sitzungen 20/72

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich musste erst einmal googlen, ob es die Bravo noch gibt. Es gibt sie noch, sie hat eine gute Webseite. Sie ist auch bei TikTok und Instagram vertreten. Ich habe gerade nachgesehen, sie hat auch einen Artikel: Gendern, was ist das? Wie geht es richtig? Vielleicht können wir uns noch einmal darüber unterhalten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und vereinzelt CDU) Ich wollte eigentlich ganz anders starten, aber Herr Habersaat hat uns in seinem regulären Beitrag vorgeworfen, wir seien in einer Lila Wolke. Ich wollte Ihnen herzliche Grüße aus der Lila Wolke senden und Ihnen sagen: Wir sind schon in der Realität. Das sehen wir heute Nachmittag auch an den Debatten, die wir führen. Wir reden hier über Mathe, über Medien, über Finanzbildung und über Schulabbrecher_innen. Das sind alles sehr seriöse Themen, bei denen wir natürlich versuchen, Veränderungen herbeizuführen und nicht nur beim Status quo zu bleiben. Ich finde, so viel Fairness gehört zu der Debatte dazu. Jetzt aber zum Thema Medienbildung. Das ist erst einmal eine Querschnittsaufgabe aller Fächer. Das können wir uns zum Beispiel im WiPo-Bereich in Bezug auf Urteilsfähigkeit, die wir schulen müssen, angucken. Wir können in den Informatikbereich gucken, wo es um das technische Verständnis zum Beispiel von Algorithmen geht und um die Frage, wie diese funktionieren. Das können wir zum Beispiel im Deutschunterricht sehen, wo es um den Einsatz von Präsentationstechnik geht. Natürlich ist es erschreckend, wenn wir an der Studie, die es aktuell in dem Bereich gibt, sehen, dass nur 70 Prozent der grundlegenden Kenntnisse in der Medienbildung vorhanden sind. Es ist natürlich erschreckend, dass bei den jungen Menschen nur 40 Prozent dabei herauskommen. Das heißt, das ist ein Thema, an das wir natürlich ranmüssen, bei dem wir als Land Schleswig-Holstein aber schon seit sehr langer Zeit den Kurs fahren, dass wir das auf alle Fächer münzen und dass das eine fächerübergreifende Kompetenz ist. Um Lösungsansätze zu entwickeln, gehört natürlich erst einmal dazu, den Ist-Zustand, also die Realität, so würde Herr Habersaat sagen, anzugucken. Dazu gehört, dass wir die ICILS-Studie auswerten und gucken, was für Informationen noch darin enthalten sind in der Frage, wie wir die Medienkompetenz verbessern können. Natürlich, die Internet- (Malte Krüger) ABC-Schulen stehen auch in Ihrem Antrag. Ich glaube, die finden wir alle richtig. Hier können wir einen Haken daranmachen, wie Sie sagen würden. Das, was mir an der Stelle noch wichtig ist, mag eine Kleinigkeit sein, aber ich finde das wichtig: Wir haben viele schulische Angebote im Bereich der Medienkompetenz, wir haben viele externe und außerschulische Angebote. Ich würde mir wünschen, dass diese sich noch viel mehr miteinander verzahnen, dass also schulische Angebote auch an externe Angebote anknüpfen können. Das mag in Städten wie Kiel und Lübeck anders sein als im ländlichen Raum, wo es nicht so viele externe Angebote gibt. Ich würde mir wünschen, dass es auch Angebote in Husum, Glückstadt und Elmshorn gibt und nicht nur in den großen Städten. Außerdem hatten wir beim Offenen Kanal eine lebhafte Debatte. Ich finde, Herr Vogt hat hier einen sehr wichtigen Aspekt genannt: Natürlich müssen wir auch die Eltern im Boot haben. Auch diese haben sicherlich ein Interesse an Bildungsangeboten in dem Bereich, denn auch sie kommen nicht mit allen aktuellen Entwicklungen mit, ob es KI oder um andere Themen geht. Ich war mit Herrn Vogt einer Meinung, dass auch ganz oft ein Orientierungsrahmen hilfreich sein kann für diese Eltern, zum Beispiel was die Nutzungszeit von Kindern an Tablets angeht. Sie werden sicherlich selbst noch etwas dazu sagen, aber ich fand, das ist ein gutes Argument. Sie haben ja gesagt, wir setzen uns nicht wirklich mit Ihren Argumenten auseinander. Daher wollte ich schon einmal vorwegnehmen, dass ich das als gute Argumente finde, bei denen wir natürlich hingucken müssen. Wir reden bei diesem Thema um Medienbildung. Herr Habersaat fing gerade mit dem Handyverbot an. Natürlich ist ein Handyverbot erst einmal keine Medienbildung. Das hat erst einmal nichts miteinander zu tun. Handys zu verteufeln hilft natürlich überhaupt nicht. Wir müssen hier einen kritischen Umgang miteinander finden. Ich will aber auch ganz klar sagen, dass in meiner Vorstellung die private Handynutzung im Unterricht insbesondere an Grundschulen natürlich nicht stattfindet. Das unterbinden gute Lehrkräfte auch jetzt schon im Grundschulunterricht, und ich glaube, es ist wichtig, das hier noch einmal zu formulieren. Natürlich sind wir gerade bei einer digitalen Transformation in allen Bereichen. Gerade habe ich die FDP gelobt, jetzt möchte ich noch Kritik äußern. Die FDP hat in den letzten Wahlkämpfen an jeder Stelle digitale Infrastruktur an Schulen gefordert. Nun hatten sie drei Jahre das Bundesbildungsministerium, und ich muss einfach festhalten, dass da extrem wenig passiert ist. Ehrlich gesagt, ich bin froh, dass Cem Özdemir da jetzt den Kurs übernommen hat und versucht, etwas konstruktiver in die Debatten zu gehen. Das sehen wir hoffentlich auch noch bei einigen Entwicklungen im DigitalPakt 2.0. Ich glaube nicht, dass er noch in dieser Legislatur kommen wird, aber zumindest der Zungenschlag ist ein etwas anderer als der von Frau Stark-Watzinger. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)

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