Heiner Rickers
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Frau Redmann, ich habe mich schon ein wenig über Ihre Ausführungen geärgert. Wir haben die Blauzungenkrankheit im Land. Die Schafhalter haben Probleme ohne Ende, (Sandra Redmann [SPD]: Genau!) ebenso die Rinderhalter und im Übrigen die Pferdehalter. Die Problemstellung kennen Sie alle. Alle Tiere sollen auf die Weide, was ja auch gut ist. Dann verhöhnen Sie das Gesamtsystem, indem Sie sagen: Das sind alles keine Probleme, wir haben (Heiner Rickers) hier nie schwere Vorfälle mit dem Wolf gehabt. Das stimmt einfach nicht! (Beifall CDU) Uns ist das Thema zu wichtig – Parteitagsbeschluss hin oder her –, um es nicht auch sachlich und fachlich hier im Plenum zu diskutieren. Uns ist das Thema zu wichtig. Ich erinnere an Fälle, die wir im Land gehabt haben und die bis heute nicht geklärt sind. Der Fachmann ist ja zugegen. In Mittel-Schleswig-Holstein, direkt an der Hauptbahnverbindung von Hamburg nach Kiel, hat es eine aus dem Zaun getriebene Rinderherde verbunden mit einem wirklich schwerwiegenden Unfall gegeben. Die Bahn ist in diese Herde hineingefahren, angeblich getrieben von einem Wolf. Das kann keiner beweisen, aber es kann auch niemand das Gegenteil beweisen. Das ist nur ein Beispiel von vielen, die wir erleben werden, wenn wir nicht versuchen, vernünftig mit dem Wolf umzugehen, wenn er Probleme bereitet. Wir haben über diese Fälle noch gar nicht gesprochen. Bei den Fluchttieren, vornehmlich den Pferden, schaue ich einmal in die Gebiete der Elbmarschen. Dort sind vornehmlich Pferde an Autobahnen gefährdet, aber auch an den Bahntrassen. Gleiches gilt für Rinder, die weglaufen, wenn der Wolf hetzt, was er ja allzu gerne tut. Wenn wir dieses Thema nicht berücksichtigen, dann wird es in diesem Zusammenhang schwere Unfälle geben. Das ist wesentlich schwerwiegender als das, was wir bisher an Schafrissen erlebt haben – in welchen Gebieten auch immer. Davor warne ich. Wenn wir dann keine Möglichkeit haben, einzuschreiten, dann bekommen wir alle ein Problem. Dann werden zu Recht alle Bürger sagen: Habt ihr das denn nicht berücksichtigt? Warum habt ihr nicht darüber gesprochen? Frau Redmann, deswegen noch einmal: Wir müssen uns nicht lächerlich machen über Anträge, die wir zu Recht so stellen, weil wir wissen, wie es vor Ort läuft. (Zuruf Sandra Redmann [SPD] – Weitere Zurufe SPD) Wir wissen, wie es vor Ort läuft. Wir wollen einen vernünftigen Umgang mit dem Wolf. Wenn er Probleme im Zusammenleben mit Menschen oder Nutztieren bereitet, dann wollen wir einschreiten können. Dann werden wir dafür auch vernünftige Wege finden. Insofern ist die Linie klar. Machen Sie sich nicht lustig über Weidetierhalter, Schafhalter und all diejenigen, die wir kennen. (Zurufe SPD: Hat sie nicht!) Verhöhnen Sie nicht uns und das System, und gehen Sie vernünftig damit um. – Herzlichen Dank. (Beifall CDU und Oliver Kumbartzky [FDP])
