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Hauke Göttsch

CDU 18.10.2024 Sitzungen 20/71

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Nachdem der Wolf in Deutschland lange ausgerottet war, breiten sich Wölfe in ganz Deutschland stetig weiter aus. Im Monitoringjahr 2022/2023 wurden im gesamten Bundesgebiet insgesamt 184 Rudel identifiziert. Dabei handelt es sich um bis zu 2.500 Tiere, die sich bei einer Reproduktionsrate von 30 Prozent in den kommenden Jahren schnell in die Fläche verbreiten werden. Der Wolf breitet sich dabei vor allem im norddeutschen Tiefland, insbesondere in unseren Nachbarländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, aus. Auch wenn der Wolfsbestand in Schleswig-Holstein noch überschaubar ist, haben wir mit der Novellierung des Landesjagdgesetzes und der Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht in dieser Legislaturperiode vorausschauend agiert. – Herr Kumbartzky, Sie haben das ja schon gesagt. (Zuruf: Das hat er!) Die EU-Kommission hat die zunehmenden Interessenkonflikte, die aus einer europaweit wachsenden Wolfspopulation resultieren, ebenfalls erkannt und will nun mit Unterstützung Deutschlands den Wolf in der Berner Konvention von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herunterstufen. Diese auf Grundlage einer wissenschaftlichen Bestandsanalyse der Europäischen Union getroffene Entscheidung begrüßen wir als CDU ausdrücklich. (Beifall CDU) Dabei geht es uns nicht um die erneute Ausrottung des Wolfs, sondern um das ausgewogene Miteinander zwischen Wolf, Mensch und Landwirtschaft. Unser Ziel muss es sein, den Erhaltungszustand der Art zu sichern und gleichzeitig den Schutz von Weidetieren sicherzustellen. In vielen Teilen der Republik ist der günstige Erhaltungszustand des Wolfs nach Maßgabe der FFH-Richtlinie bereits erreicht. Der Beschluss der Europäischen Kommission ist deswegen ein erster wichtiger und richtiger Schritt, um zukünftig ein praxisnahes und regional differenziertes Bestandsmanagement einzuführen. Damit dies gelingen kann, muss nach der Änderung der Berner Konvention folgerichtig auch die FFH-Richtlinie auf europäischer Ebene angepasst werden. Lieber Kollege Kumbartzky, wenn dies passiert ist, muss zunächst die Bundesregierung den Weg für ein praxisnahes Bestandsmanagement ebnen, bevor wir hier im Land tätig werden können. (Oliver Kumbartzky [FDP]: Ja, aber da bin ich nicht mehr da! – Dr. Kai Dolgner [SPD]: Dann machst du Ordnungsrecht! – Heiterkeit) – Genau. Bis dahin sind wir in Schleswig-Holstein mit dem bundesweit modernsten Landesjagdgesetz gut aufgestellt und können flexibel und rechtssicher auf alle Entwicklungen reagieren. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Weidmannsheil! (Beifall CDU – Dr. Kai Dolgner [SPD]: Oliver, ist das dein Abschied heute? Du musst noch zehn Wolfsanträge vollmachen! – Unruhe)

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