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Karin Prien

27.09.2024 Sitzungen 20/68

Nein, ich würde jetzt gern fortsetzen. – Es ist ohnehin zu kurz gedacht, sich nur auf Schulpsychologinnen und Schulpsychologen zu konzentrieren. Zu Recht ist deshalb das Thema Schulsozialarbeit und Multiprofessionalität an Schulen insgesamt angesprochen worden. Ich bin sehr froh, dass wir inzwischen an nahezu jeder Schule in unserem Land ein Angebot der Schulsozialarbeit haben. Das ist doch die Realität, meine Damen und Herren. Auch das unterscheidet sich von dem, wie es vor 50 Jahren gewesen ist, als es praktisch keine Schulsozialarbeit an unseren Schulen gegeben hat. Meine Damen und Herren, wir werden aber den Kindern und Jugendlichen nicht gerecht werden, wenn wir nicht zum einen die Kooperation in der Multiprofessionalität und zum anderen die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit auf neue Füße stellen. Ich kann Ihnen nicht zustimmen, Herr Habersaat. Es ist gar nichts krachend gescheitert, sondern wir sprechen weiter miteinander, und wir sind uns alle sehr der Tatsache bewusst, dass wir diesen Knoten durchschlagen müssen. Es geht in der Frage nicht nur um Geld, sondern es geht darum, dass es die Menschen gar nicht mehr gibt. Wenn man die Menschen nicht besser einsetzt und besser miteinander in Kooperation bringt, dann werden wir dieses Problem in unserem Schul‑, Jugendhilfe- und Eingliederungshilfesystem nicht verbessern können, meine Damen und Herren. Ich werde mich dafür einsetzen – das tue ich gemeinsam mit dem Sozialministerium –, dass wir im Bereich der Schulsozialarbeit zu einer gerechteren Finanzierung kommen. Das bedeutet auch, dass alle ihren Anteil daran tragen und dass wir dazu in eine bessere Zusammenarbeit kommen. Das gilt für Kreise, das gilt für Schulträger, und das gilt für das Land. Die Wirksamkeit des Unterstützungssystems besteht nur dann, wenn Schülerinnen und Schüler und Eltern ein abgestimmtes Angebot erhalten, das alle diese Unterstützungs- und Hilfesysteme rund um das Kind, rund um den Jugendlichen umfasst. Meine Damen und Herren, die Haushaltslage in Schleswig-Holstein ist schwierig. Dennoch werde auch ich mich in unseren weiteren Haushaltsverhandlungen zur Nachschiebeliste dafür einsetzen, dass dieses Thema Priorität hat, weil ich im Ergebnis die Einschätzung teile – wie alle hier vertretenen Parteien –, dass die psychische Gesundheit und das soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen absolute Priorität haben müssen. Insofern bedanke ich mich heute ganz ausdrücklich bei allen Fraktionen für die Anhörung. Sie ist wichtig gewesen; sie fußt auf einem Papier von Kindern und Jugendlichen selbst. Auch das ist eine Frage der Selbstwirksamkeit: Dieses Parlament hat die Jugendlichen gehört und hat, weil sie dieses Papier geschrieben haben, diese Anhörung durchgeführt. Das ist etwas, was man noch einmal deutlich sagen muss. Ich halte das für völlig richtig, das so zu machen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich bin dankbar, dass wir hier zwei Anträge vorliegen haben, die nicht deckungsgleich sind – das ist bei unterschiedlichen Fraktionen auch nachvollziehbar –, die durchaus unterschiedliche Aspekte des Problems beleuchten. Insofern werden wir diesem Auftrag der Kinder und Jugendlichen, werden Sie dem Auftrag der Kinder und Jugendlichen in diesem Parlament gerecht. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Protokoll ↗