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Malte Krüger

GRÜNE 27.09.2024 Sitzungen 20/68

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich steige mit einem Zitat ein: „Deswegen müssen wir mit vereinten Kräften daran arbeiten, für eine bessere psychosoziale Versorgung in der Zukunft zu sorgen.“ Dieses Zitat entstammt dem Positionspapier der Landesschüler_innenvertretung, der Elternvertretung und des Verbandes Schleswig-Holsteinischer Schulpsycholog_innen. Das haben wir zum Anlass genommen, in einen Prozess zu gehen. Wir haben im Bildungsausschuss dazu beraten. Auch für die heutige Plenarsitzung liegen entsprechende Anträge vor. Daher noch einmal ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für dieses Positionspapier; es hat echt etwas ausgelöst. Die psychische Gesundheit von Schüler_innen ist immens wichtig, nicht nur für ihren Lernerfolg, sondern vor allem auch für ihre persönliche Entwicklung. Deshalb haben wir das Positionspapier extrem ernst genommen. Wir haben dazu im Bildungsausschuss ein Expert_innengespräch durchgeführt. Zudem liegt Ihnen heute unser Antrag vor, der daraus bestimmte Maßnahmen ableitet, eben weil uns dieses Thema enorm wichtig ist. In dem Positionspapier werden Veränderungen beim Personal, in der Schulkultur und in der Schulstruktur gefordert. Was tun wir als Schwarz-Grün nun beim Personal? Wir fordern, die laufenden Befristungen von Verträgen der Schulpsycholog_innen aufzuheben. Darin sind sich die SPD und die Regierungsfraktionen zu Recht einig. Bei der Schulkultur werden wir die Stunden in der Mittel- und der Oberstufe reduzieren. Das ist eine Entlastung, die von den Schülerinnen und Schülern an vielen Stellen des Positionspapiers gefordert wird. Das ist nichts, was wir uns einfach so aus den (Malte Krüger) Fingern gesaugt haben. Ich erwähne das an dieser Stelle noch einmal, weil ich, ehrlich gesagt, etwas irritiert war, als ich vorgestern in der Zeitung einige Äußerungen der Landesschülervertretung der Gymnasien las, die das Sparen an der Kontingentstundentafel jetzt als „verheerend“ bezeichnen. Es passt in meinen Augen nicht zusammen, wenn man in dem Positionspapier wirklich an vielen Stellen – ich habe es hier und könnte jetzt alles vortragen – eine Entzerrung fordert, die entsprechende Maßnahme aber dann als „verheerend“ tituliert. Auch bei den Qualifizierungsmaßnahmen von Lehrkräften wollen wir vorankommen. – Jetzt warte ich auf die Zwischenfrage von Herrn Habersaat. Na ja, mal gucken. Vielleicht kommt sie noch. (Zurufe Dr. Kai Dolgner [SPD] und Martin Habersaat [SPD]) – Nein, nein. (Heiterkeit – Dr. Kai Dolgner [SPD]) Bereits heute setzen wir auf ein breites Angebot. So werden beispielsweise die Programme „Traumapädagogik in Kindertagesstätten, in der Kindertagespflege und in Familienzentren“ sowie „Traumapädagogik in Grundschulen und Förderzentren“ multidisziplinär fortgeführt. Worum geht es dabei eigentlich? – Es geht dabei um die Ausbildung von multiprofessionellen Teams. Auch Beratungen und Fortbildungen sind insoweit relevant. Gerade hörte ich von Kollegin Catharina Nies, dass sich der Sozialausschuss mit diesem Thema intensiver auseinandergesetzt habe. Ich höre auch von dem Programm selbst sehr viel Positives. Es hat großen Einfluss auf unsere Schulen. Ich hätte mir gewünscht – ich wusste leider nichts davon –, dass sich der Bildungsausschuss mit dem Sozialausschuss zusammengetan hätte. Herr Habersaat, vielleicht haben wir die Chance, dieses Thema auch im Bildungsausschuss intensiver zu behandeln. Ich zumindest würde das sehr begrüßen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie sehen: Alle Bereiche werden angeschaut. Wir nehmen die Sorgen unserer Schülerinnen und Schüler ernst. Wir müssen deren psychische Gesundheit noch mehr in den Blick nehmen. Dadurch sorgen wir für Entlastung nicht nur bei den Schüler_innen selbst, sondern auch bei den Lehrkräften an unseren Schulen. Der Vorschlag der SPD-Fraktion ist unserer Vorstellung sehr ähnlich. Auch wir wollen eine Verbesserung bei der psychosozialen Gesundheitsversorgung erreichen. Allerdings gibt es auch kleinere Unterschiede zwischen unseren Positionen. Um diese darzulegen, muss ich ins Detail gehen. So halte ich es für falsch, dass nach Ihrer Vorstellung Corona-Notkreditmittel derzeit nicht für die Finanzierung von Schulpsycholog_innen genutzt werden sollen. Sie sprechen doch immer von den Auswirkungen von Corona auf unsere Schülerinnen und Schüler. Sie befürworten auch die Entfristung. Darüber sind wir uns einig. Aber dann finde ich es falsch, dass Sie gegen den Haushalt klagen, obwohl die Mittel doch auch für Schulpsycholog_innen eingesetzt werden sollen. Das müssen Sie aber mit den Landesschülervertretungen „ausdealen“. Ich habe dafür wenig Verständnis. Was die Perspektive angeht, so sind wir wieder sehr dicht beieinander. Noch ein Punkt ist mir wichtig – ich habe erst gestern wieder, auf dem Parlamentarischen Abend, mit dem Kollegen Bernd Buchholz darüber diskutiert –: Oft sind Stimmen zu hören, die der jungen Generation ein schlechtes Zeugnis ausstellen und behaupten, früher habe man so etwas wie Schulpsycholog_innen nicht gebraucht. Es wird sich über die jungen Menschen beklagt und darüber, wie schlecht angeblich alles geworden ist. Ich halte diese Ansicht für falsch. Wir, Kollege Rasmus Vöge und ich, waren bei der Marineschule Mürwik zu Besuch und haben dort mit Flottenadmiral Nemeyer gesprochen. Er sagte etwas, was ich sehr wichtig finde – ich hatte es nicht erwartet; vielleicht ist es mir deswegen besonders aufgefallen –: Wir können stolz auf unsere junge Generation sein. – Damit hat er recht! Unsere Schülerinnen und Schüler kommen nämlich überwiegend mit multiplen Krisen klar. Jede Generation ist anders als die vorherige. Ich wünsche mir, dass wir mehr über die Stärken der jungen Generation sprechen und nicht jeden Ausschlag nach unten überbewerten. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU)

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