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Claus Ruhe Madsen

26.09.2024 Sitzungen 20/67

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich werde mich beeilen. – Neun Monate Welcome Center, 800 Anfragen, davon mehr als die Hälfte von internationalen Talenten; der Rest geht von Unternehmen und Netzwerkpartnern aus – das ist ein sehr ordentliches Ergebnis für ein Welcome Center, das noch im Aufbau ist. Auch ich glaube, dass es nach wie vor nicht genug Leute sind – das ist hier mehrfach diskutiert worden –, Ende 2025 sollen es nicht sieben, sondern 22 Leute sein. Es ist also ein ordentlicher Aufwuchs vorgesehen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anhand der Anfragen erkennen wir: SchleswigHolstein ist attraktiv, sowohl als Wohn- als auch als Arbeitsort. Hauptziel des Welcome Centers ist es, eine zentrale Adresse für internationale Fachkräfte zu sein. Im Welcome Center sitzen unter einem Dach die WTSH, die Arbeitsagentur und das LASuV; sie unterstützen sich gegenseitig. Die Ansiedlung von Northvolt – und natürlich von weiteren Unternehmen – ist eine große Aufgabe. 3.000 Menschen werden direkt bei Northvolt beschäftigt sein; bis zu 12.000 könnten es insgesamt sein. Wir stehen der Region zur Seite, unter anderem mit einem Projektbüro. Mit einem Entwicklungsfonds unterstützen wir die Gemeinden vor Ort. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn ist eine Taskforce eingerichtet worden, um Lösungen für den Güterverkehr zu finden. Das Welcome Center ist bestens vernetzt, kennt die regionalen Akteure und ist von Heide aus bestens erreichbar. Wir leben schließlich in einer digitalen Gesellschaft. Für internationale Fachkräfte wird es wahrscheinlich unerheblich sein, wo sich das Welcome Center befindet; sie werden vermutlich eher online Kontakt aufnehmen. Unternehmen sind selbstverständlich herzlich eingeladen, auf das Welcome Center zuzugehen. Die Kolleginnen und Kollegen kümmern sich natürlich nicht nur um Unternehmen aus (Minister Claus Ruhe Madsen) Kiel. Am 29. Oktober 2024 wird das Welcome Center im Rahmen einer Roadshow ohnehin nach Dithmarschen kommen. Zu guter Letzt will ich gern darauf hinweisen, welche Aufgaben die Politik und welche die Wirtschaft haben. Die Politik schafft Rahmenbedingungen, damit Fachkräfte zu uns kommen können. Zum Thema Fachkräfteeinwanderung gehört auch die Anerkennung von Berufsabschlüssen – oder eben die Beratung in einem Welcome Center. Wir vermarkten unser Land als attraktiven Ort zum Leben und Arbeiten. Wir übernehmen aber nicht die Akquise von Fachkräften für einzelne Unternehmen. (Beifall Dr. Bernd Buchholz [FDP]) – Danke, Bernd. (Heiterkeit) Wir unterstützen, wo wir können, liefern aber nicht die Fachkräfte vor dem Werktor ab. Genauso wenig ist dies Aufgabe der Region, der Kreise oder der Gemeinden. Von Northvolt habe ich bisher auch nicht den Wunsch nach Unterstützung durch eine Außenstelle an der Westküste gehört. (Kianusch Stender [SPD]: Von der IHK aber!) Ich lade ausdrücklich alle Unternehmen in der Region ein, Kontakt zum Welcome Center in Kiel aufzunehmen. Schreiben Sie eine Mail! Rufen Sie an! Kommen Sie vorbei! Schließlich sind wir das Land der kurzen Wege. Ich muss einer weiteren Behauptung widersprechen: Natürlich ist es so, dass wir im Welcome Center auch hoheitliche Aufgaben übernehmen, dann nämlich, wenn es um beschleunigte Fachkräfteverfahren geht. Das wird direkt vor Ort erledigt. Sie haben mich aufgefordert, über die Ländergrenzen hinweg zu schauen. In Niedersachen gibt es – insofern haben Sie recht – sieben Welcome Center und insgesamt immerhin 1 Million Euro pro Jahr als Budget. Wir stellen bis 2028 12,8 Millionen Euro zur Verfügung. Insofern fällt unser Vergleich mit Niedersachsen ganz passabel aus. (Zuruf Kianusch Stender [SPD]) Ich wünsche unserem Welcome Center und dessen fleißigen Mitarbeitern erfolgreiche Jahre. Es freut mich sehr, dass Sie von der SPD dieses Modell ausbauen wollen; das zeigt, dass auch Sie es als Erfolg ansehen. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Protokoll ↗