Lasse Petersdotter
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Es wurde schon gesagt: Der Fachkräftemangel ist eine der großen Herausforderungen für die gesamte Wirtschaft, nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in Deutschland und darüber hinaus. Das Welcome Center spielt bei der Beantwortung dieser Herausforderung eine ganz herausgehobene Rolle. Denn klar ist, ohne Fachkräftemigration wird es nicht möglich sein, dem Fachkräftemangel und dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. Dabei hat das Welcome Center die Aufgabe, die Sichtbarkeit sowohl von Schleswig-Holstein, aber auch von den Arbeitsmöglichkeiten in SchleswigHolstein zu verbessern, und die Möglichkeit zu schaffen, dass Unternehmen, die im Ausland eine Fachkraft suchen, hier Unterstützung erhalten. Somit ist das Welcome Center immer auch ein Servicedienstleister. Mich freut, dass dieser Grundgedanke auch in der Opposition – zumindest in der SPD – jetzt breiter getragen wird, als ich in den vergangenen Debatten das Gefühl hatte. Trotzdem würde ich sagen, dass die Maßnahme und die Schlussfolgerung, die Sie jetzt daraus ziehen, für uns nicht ganz passen. Auf der einen Seite ist es eine haushalterische Frage: Bauen wir einen zweiten Standort auf oder nicht? – Da muss man einfach in den Abwägungen entscheiden: Ist das gerade das Geld, das wir ausgeben wollen, (Kianusch Stender [SPD]: Ein 9‑MillionenProjekt!) oder wollen wir es an der Stelle nicht ausgeben? – Das ist eine Frage, die Sie sich nicht stellen, die wir uns aber an jeder Stelle stellen, egal um welche Position es dann vereinzelt geht. (Kianusch Stender [SPD]: Wahnsinn!) Das andere ist die Frage: Wollen wir eine Zentralisierung oder nicht? Eigentlich war das Ziel des Welcome Centers, eine Zentralisierung zu erreichen. Das funktioniert aber nicht mehr so gut, wenn man dann anfängt, Zweigstellen zu bauen. Dann hat man eben keine Zentralisierung mehr. Ich glaube, dass an dieser Stelle eine Zentralisierung sinnvoll ist. Deswegen wurde das Welcome Center ja auch geschaffen. Außerdem orientiert sich das Welcome Center an kleinen und mittelständischen Unternehmen. Northvolt ist kein kleines und kein mittelständisches Unternehmen. Industriebetriebe dieser Größenordnung werden diesen Herausforderungen selbst und eigenständig gerecht; das muss der Staat nicht für die lösen. Jetzt kann man aber sagen, dass die Unternehmen, die sich drumherum, quasi im Umfeld von Northvolt, ansiedeln, ein Interesse haben könnten. Das ist nachvollziehbar. Genau hier ist es eben die Aufgabe des bestehenden Welcome Centers, Unterstützung zu leisten. Das wird der Fall sein und ist auch heute schon der Fall. Die Menschen sind in der Region, und die Menschen unterstützen auch vor Ort. Das wird unsere Aufgabe sein. Wenn man glaubt, dass es immer eine Zweigstelle in einer Region braucht, damit sie angemessen vertreten ist, täuscht man sich. Der Landtag steht aus gutem Grund in Kiel, aber setzt sich für das ganze Land ein. Das kann auch das Welcome Center in der Region Heide. – Vielen Dank und schönen Tag. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU)
