Eka von Kalben
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich würde gerne, unabhängig davon, wer wann was beantragt hat, einmal nach vorne diskutieren. Natürlich kann eine Zentralisierung zu Professionalität führen. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Vorher noch anders gesagt!) Ich habe 25 Jahre in der Verwaltung gearbeitet, Herr Dolgner, insofern habe auch ich wie Sie als Abgeordneter im Kreis Erfahrung. Da gab es Zentralisierungen, die haben Sinn gemacht, und es gab Zentralisierungen, die weniger Sinn gemacht haben. (Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Das stimmt!) Das war in Hamburg alles ein bisschen einfacher, weil das Personal den Ort nicht so stark wechseln musste. Da wurde zentralisiert, und der Fahrweg hat sich nicht verändert. Wir leben aber in einer Situation, in der in den Kreisen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowieso schon sehr schwer zu finden sind. Zu sagen, wir müssen jetzt sofort, am liebsten zum 1. Januar, eine zentrale Ausländerbehörde einrichten! Überlegen Sie mal, wie viele Räumlichkeiten und Menschen wir da finden müssen, die von heute auf morgen in Neumünster oder wo auch immer das dann angesiedelt sein soll, leben. Das ist der eine Punkt. (Beate Raudies [SPD]: Das ist ein total spannendes Argument! – Weitere Zurufe – Wortmeldung Dr. Kai Dolgner [SPD]) – Nein, ich möchte das einmal zu Ende ausführen, Herr Dolgner. – Das eine ist, Sie müssen das Personal finden, was das macht, was auch arbeiten muss. Zweitens. Ich bin der Meinung, dass man schrittweise natürlich über eine Zentralisierung nachdenken soll, und das ist ja genau das, was jetzt hier vorgeschlagen wird. (Beate Raudies [SPD]: Ja, was denn überhaupt?) – Sie haben gesagt: sofort. Ich sage: Ich finde es richtig, es schrittweise zu machen, und das ist ja auch geplant. (Eka von Kalben) Drittens. Wir müssen bedenken, dass die Menschen, die dann zu dieser Behörde hingehen sollen, in den Blick genommen werden müssen. Wir können ja nicht nur sozusagen fernab von der Bevölkerung denken. Das sind zum Beispiel Ehrenamtler_innen – auch da habe ich meine Erfahrung –, die dann zu irgendeiner zentralen Behörde mitfahren müssen, um die Leute zu unterstützen. Das sind Dinge, die man abwägen muss. Ich bin nicht gegen eine Zentralisierung per se. Aber man kann nicht sagen: „Das ist doch ganz einfach, warum machen wir das nicht morgen?“, sondern man muss genau überlegen: Welche Vorund Nachteile hat es? Was bringt es an Effizienz? Die komplizierten Systeme – das ist ja mehrfach hier gesagt worden – müssen natürlich irgendwie in den Blick genommen werden. Das ist ja jetzt auch so und als erster Schritt richtig. Aber hier zu meinen, das sei ganz einfach, ich drücke einen Knopf, und dann habe ich eine zentrale Behörde, (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Wer hat das denn gesagt? Völliger Pappkamerad!) ist eine Nebelkerze, die Sie werfen, und das ist nämlich genau der Quatsch. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU – Dr. Kai Dolgner [SPD]: Nein! Das, was eben behauptet worden ist, hat keiner gesagt!)
