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Martin Habersaat

SPD 25.09.2024 Sitzungen 20/66

Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Damen und Herren! In „Wentorf bei Hamburg“ glaubt bestimmt niemand, dass er in Hamburg lebt, weil es ja „bei Hamburg“ heißt. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Allerdings hat die Gemeinde Wentorf bei Hamburg dieselbe Postleitzahl wie die Stadt Reinbek. Ganz so deutlich sind die Unterschiede da also nicht immer. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich wollte drei Punkte ansprechen. Das Erste ist, ich möchte mich bei der Kollegin Nitsch für meinen Zwischenruf entschuldigen. Er war sachlich unangemessen. Ich möchte aber inhaltlich noch einmal darauf eingehen. Natürlich sind zwei Drittel mehr als ein Drittel. Ich wollte das gar nicht so gern auf dem Niveau diskutieren, deshalb war der Zwischenruf falsch. Es geht doch darum: Mit welchem Aufwand kann ich welchen Nutzen erzielen, mit welchem Aufwand kann ich Erkenntnisse erzielen? Eine schriftliche Abiturklausur, die ein Drittel der Note ausmacht, ist sehr leicht nachprüfbar, und mit sehr, sehr wenig Aufwand kann ich da einen verhältnismäßig großen Teil der Abi-Note einfach überprüfen. Hätte ich das Vorhaben, mündliche Noten zu überprüfen, müsste ich jemanden in den Unterricht setzen, und, und, und. Ich hätte einen riesengroßen Aufwand, deshalb also: ein winzig kleiner Aufwand für ein Drittel. Sie sagen: Ja, nehmt doch das Geld und steckt es in die Qualität von Unterricht! – Was kostet denn so eine Studie? Da reden wir doch über vielleicht 10.000 Euro – wenn es hochkommt. Das ist doch nichts, was man im Unterricht auf alle Schulen in Schleswig-Holstein verteilt. Na ja. Ich glaube also nach wie vor, man könnte mit einer solchen Studie mit sehr wenig Aufwand sehr viele Erkenntnisse erzielen und eine Debatte – natürlich auch in der KMK – anstoßen. Darum geht es. Am Ende muss das natürlich über die KMK gehen. Aber wir stellen doch fest, dass die KMK seit 1990 bemüht ist, die Abiturregelungen zu vereinheitlichen. (Martin Balasus [CDU]: Da hat sich schon viel getan!) – Das sind, wenn ich richtig rechne, 34 Jahre, in denen das nicht gelungen ist. Herr Balasus ist nun zuversichtlich, dass das im nächsten Jahr gelingen wird. (Martin Habersaat) (Martin Balasus [CDU]: Weil es doch klipp und klar geregelt ist! Das ist doch hier Schaumschlägerei! Realitäten müssen anerkannt werden!) Ich bin da etwas weniger zuversichtlich. Meine Damen und Herren, wir sind uns doch in einem Punkt einig – hoffe ich. Ich hoffe, wir sind uns in dem einen Punkt einig, dass es ein Problem gibt, (Martin Balasus [CDU]: Das haben doch alle anerkannt!) wenn schleswig-holsteinische Schülerinnen und Schüler ein Studium aufnehmen wollen, weil sie dann schlechtere Karten haben – um beim Pokern zu bleiben – als Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern. Das haben alle anerkannt, Herr Balasus. Das sagen Sie auch? (Martin Balasus [CDU]: Ja, das ist korrekt!) Also sind wir uns alle einig: Es gibt ein Problem. Wenn wir uns alle einig sind, dann frage ich Sie: Wo ist denn Ihre Lösung? Dann legen Sie doch eine bessere und schnellere Lösung auf den Tisch! (Beifall SPD – Martin Balasus [CDU]: Wir haben sie schon skizziert!)

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