Dr. Kai Dolgner
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ehrlich gesagt müssten wir die Studie eigentlich schon deshalb unterstützen, weil jede Studie, die guckt, ob es bei der Notengebung ein Bias gibt, eine gute Studie ist. Bias bedeutet an der Stelle, ob ich eine vorgefasste Meinung bei der Korrektur habe. Übrigens ist gerade das Fach Deutsch das Paradebeispiel dafür, dass es ein Bias gibt. Sie glauben gar nicht, was anonymisierte Studien bei Deutschkorrekturen alles ergeben: Da ist ein Schrotschuss aus der Entfernung von 20 Metern auf eine Scheibe zum Teil genauer als die Notengebung in Deutsch – was den Inhalt angeht. Da gibt es bei der gleichen Arbeit bei verschiedenen Korrektoren von den Noten 2 bis 5 alles. Insofern habe ich als Naturwissenschaftler durchaus meine Auffassung zu dem Fach Deutsch. Sie haben das gerade so hoch gelobt bei der Frage, ob die Notengebung ein richtiges Leistungsmessinstrument sein kann. Ich bin aber durchaus lernbereit. Deshalb bitte ich darum, dass Sie mir gleich eine Frage beantworten. Ich habe nämlich nach Ihrem Chor gesucht. Ich glaube, ich habe ihn gefunden. Ich habe festgestellt, dass da steht: „Eine zweite Möglichkeit ist der Musikpraktische Kurs, der sich aus einer Stunde Theorieunterricht und zwei Stunden Orchesterspiel oder Chor zusammensetzt. … (1 Note muss eingebracht werden, 2 Noten können eingebracht werden) …“ – War es das, was Sie meinten? Da ist also auch noch ein theoretischer Unterricht dabei. (Zurufe)
