Sybilla Nitsch
Herr Habersaat, vielen Dank für die Bemerkung. Allerdings war ich noch gar nicht fertig mit meiner Bemerkung. Ich werde in meiner Rede auch noch darauf kommen, warum ich es für wichtiger erachte, sich auf die zwei Drittel zu konzentrieren, auf die Qualität, die im System steckt, und vor allen Dingen auch mal auf den Bereich zu gucken, der lieber seine zwei Drittel aufbaut, anstatt hier Geld in eine Studie zu stecken, die nur dieses eine Drittel betrachtet. Das ist mein Ansatz, ganz klar und fachlich. (Beifall SSW, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Selbst wenn wir nämlich in Schleswig-Holstein am Ende eine strengere Bewertung haben als in anderen Bundesländern, dann müssen wir trotzdem feststellen, dass unsere Abiturienten mit guten Noten gut für ein Studium oder für anspruchsvolle Fachberufe geeignet sind. Wir wollen doch fitte und lebenstüchtige junge Leute ins Leben schicken. Vor allen Dingen frage ich mich: Was sind denn die eigentlichen Ursachen dafür, dass unsere Schülerinnen und Schüler schlechtere Abiturnoten bekommen als in anderen Bundesländern? Das Haupt- (Sybilla Nitsch) ziel soll doch sein, dass unsere Schülerinnen und Schüler gestärkt in eine Abiturprüfung gehen, gute Leistung erbringen können und gut auf ein Studium vorbereitet sind. Dieses Ziel, liebe Kolleginnen und Kollegen, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Die Prioritäten der Maßnahmen, die diesem Ziel dienen, haben wir als SSW schon sehr oft benannt. Für uns steht die Chancengleichheit unter anderem durch die Lehrmittelfreiheit im Vordergrund. Wir müssen an den wirklichen Stellschrauben im System drehen und entsprechend Ressourcen reinstecken. Daran führt kein Weg vorbei. Wir müssen zum Beispiel auch schon in den Vorschulbereich und in die Übergänge investieren. Wir müssen die Grundschulen ausreichend mit Lehrkräften und sozialem Fachpersonal ausstatten, weil diese Menschen, die im Grundschuldsystem arbeiten, am Ende des Tages dafür sorgen, dass die Leistungen in der Basis für die Schülerinnen und Schüler auf einem guten Fundament stehen, sodass sie sich gut in der Gemeinschaftsschule oder am Gymnasium auf das Abitur vorbereiten können. Es wird immer viel über die Heterogenität der Schülerschaft gesprochen, dass die Verschiedenheit der Schülerschaft den Unterricht und die individuelle Förderung erschwert. Doch die Unterschiede entstehen durch die unterschiedlichsten Voraussetzungen, die die Schülerinnen und Schüler eben aus ihrer Herkunftsfamilie mitbringen. Deshalb wiederhole ich es noch einmal: Wir müssen Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit fördern. Hier müssen wir wirklich Geld in die Hand nehmen, damit jedes Kind durch materielle und personelle Ausstattung einen guten Start in das Schulsystem bekommt. Wir müssen der Überlastung der Kinder und Lehrkräfte mit allen Mitteln entgegenwirken, denn nur zufriedene Lehrkräfte und Schüler_innen können auch gute Leistungen im Bundesvergleich erbringen. Das ist unser Standpunkt. – Vielen Dank. (Beifall SSW und Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
