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Kianusch Stender

SPD 25.09.2024 Sitzungen 20/66

Danke. – Herr Balasus, Sie sagten, Sie hätten viele Jahre im Fach Deutsch geprüft. Ist Deutsch für Sie ein „echtes Fach“, und könnten Sie ausführen, welche Fächer nicht die „echten Fächer“ sind, von denen Sie in Ihrer Rede gesprochen haben? – Selbstverständlich ist Deutsch ein „echtes“ Fach. Es gibt sogenannte Lang- und sogenannte Kurzfächer. Der Oberstufenchor ist in Schleswig-Holstein aber überhaupt kein Unterrichtsfach, sondern das ist etwas, das man freiwillig belegen kann. Früher gab es dafür ein „teilgenommen“ oder etwas Ähnliches im Zeugnis. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) So etwas wird häufig im AG-Bereich angeboten, und dabei handelt es sich, nach klassischer Auffassung der Unterrichtsfächer, um kein klassisches Unterrichtsfach. In Hamburg besteht hingegen die Möglichkeit, das einzubringen, und ich will denjenigen sehen, der da eine 4, eine 5 oder eine 6 bekommt. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Singen Sie doch mal!) – Das wollen Sie gar nicht. (Heiterkeit) Ich hätte im Chor keine gute Note bekommen. Das ist auch die Wahrheit. (Heiterkeit – Dr. Kai Dolgner [SPD]: Gut in Deutsch und schlecht in Musik!) Wir müssen uns ehrlich machen, und man muss sich einmal die Benotungspraxis anschauen. Was sind Fächer, die ehrlich benotet werden? (Unruhe) Mathematik ist ein Fach, das tendenziell immer sehr schlecht ausfällt. Es gibt aber auch Fächer, bei denen die Schüler die Punkte, ich will nicht sagen, hinterhergeworfen bekommen. Allerdings wette ich, dass beim Oberstufenchor wenige eine 4, 5 oder 6 bekommen würden. Eine 6 gibt es in der Praxis sowieso nicht. Aber wer bekommt eine 4 oder eine 5? – Man ist nie da. Dann geht das. (Beifall CDU) Fünftens. Bei uns werden Klausuren erst- und zweitkorrigiert; (Zuruf Christopher Vogt [FDP]) sie werden doppelt gecheckt. Manche Bundesländer haben demgegenüber lediglich eine Erstkorrektur. Sechstens. Ich möchte einen Blick auf das Ranking werfen, das wir immer ansprechen. Wie aussagekräftig ist dieses Ranking? Ich meine, es ist wenig aussagekräftigt, wenn man bedenkt, dass die Nordländer – also Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen – fast immer gleichauf sind. Niedersachsen hat einen Schnitt von 2,45. Wir haben einen Schnitt von 2,47. Da besteht doch überhaupt kein nennenswerter Unterschied. Was ist nun zu tun, werte Kolleginnen und Kollegen? Zum einen sollte Schleswig-Holstein sein Leistungsniveau unbedingt halten. Zum anderen muss eine Lösung gefunden werden, weil unsere Schülerinnen und Schüler bei der Studienplatzvergabe gemäß Numerus clausus benachteiligt sind. Wenn man das für das ganze Bundesgebiet betrachtet, ist das schlichtweg ungerecht. Dafür kann es aber nur eine Lösung vonseiten der KMK geben. Bilaterale Lösungen zwischen zwei Ländern bringen da nichts beziehungsweise sind wenig sinnvoll. Das sollte lieber gemeinsam erfolgen. Die Rahmenbedingungen für das Abitur sowie die gestellten Aufgaben müssen bundesweit weiter angeglichen werden. Nur so wird es vergleichbarer und fairer. Die gute Nachricht ist aber, dass das bereits passiert. (Martin Balasus) Zum KMK-Aufgabenpool für das schriftliche Abitur gehören inzwischen die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik und bald noch die Naturwissenschaften. Außerdem hat die KMK die Parameter für die Oberstufe präzisiert, sodass die Unterschiede zwischen den Ländern verringert werden. Die Anzahl der einzubringenden Kurse wurde zum Beispiel auf 36 festgelegt. Zudem gilt künftig die Festlegung, dass zwei oder drei Fächer auf einem erhöhten Niveau unterrichtet werden; bei uns sind es jetzt zwei. All das regelt bei uns die neue Oberstufenreform. Liebe Kolleginnen und Kollegen, zum Abschluss: Wir haben jetzt sehr intensiv über Noten, über den Abi-Schnitt und so weiter gesprochen. Erlauben Sie mir noch einen Hinweis: Viel wichtiger als die Note ist doch, dass man in der Schule etwas fürs Leben gelernt hat. Es geht um die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die einen auf das Leben vorbereiten, die einem das richtige Rüstzeug an die Hand geben. Deshalb lauten meine Wünsche für die Zukunft: den KMK-Weg zu mehr Oberstufenangleichung konsequent weitergehen, Aufrechterhaltung der Leistungsanforderungen und – auch ganz wichtig – weniger selbstgemachten Druck. Denn nie hatte eine Generation bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als die, die jetzt kommt. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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