Kianusch Stender
Vielen Dank. – Herr Balasus, Sie sagten, dass die Lehrkräfte in Schleswig-Holstein ehrlicher bewerten würden. Bedeutet das, dass Sie finden, die Lehrkräfte in den anderen Bundesländern würden unehrlich bewerten, um ihre Abiturschnitte zu hübschen? – Ich sagte, die Korrekturpraxis beinhaltet mehrere Aspekte. Das eine ist die eigentliche Benotung. Das andere ist das Korrigieren, die Bewertung der Arbeit. Meiner Wahrnehmung nach wäre es ehrlicher, wenn man einmal ganz statistisch heranginge. Bei einer sechsstufigen Notenskala müsste nach der Normalverteilung eine 3,0 abgebildet werden. Davon ist 2,47 weit entfernt. (Martin Balasus) 2,21 oder etwas Ähnliches halte ich für sehr unrealistisch. Ich habe jahrelang Abiturarbeiten geprüft; für Deutsch, das ein Kernfach ist, war ich die Person, die dauernd korrigieren musste. Nach meiner Erfahrung sind wir in Schleswig-Holstein relativ konstant und gut unterwegs. Ich weiß aber auch, dass die Einserabiturquote stetig zunimmt. Das geschieht anderswo wesentlich stärker als bei uns, und das halte ich für keine günstige Entwicklung. Das erkennt man auch daran, dass es gleichzeitig an der Uni heißt, wir hätten zu viele Studienabbrecher. Natürlich besteht da ein Zusammenhang. Viele erreichen einen guten Abiturschnitt, aber an der Hochschule fehlt nachher der Unterbau. Da müssen wir zu mehr Ehrlichkeit kommen. Das meine ich mit Ehrlichkeit. (Beifall CDU)
