Martin Balasus
Erstens. In Hamburg kann selbst die Note für den Oberstufenchor ins Abi eingebracht werden. Demgegenüber sind wir in Schleswig-Holstein strenger und richten den Fokus mehr auf echte Fächer. (Heiterkeit SPD) Ich wette, in Hamburg hätte selbst Troubadix gut abgeschnitten. Zweitens. In anderen Ländern werden Noten auf Ministeriumserlass nach oben korrigiert. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Wenn zum Beispiel das Matheabitur schlecht ausfällt, (Zurufe) wird getrickst und die Statistik so geschönt. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Zum Glück sind wir bei uns zurückhaltender, denn so lernt man wirklich nichts fürs Leben. Drittens. Kollege Habersaat sprach es eben an; der Kieler Bildungsforscher Olaf Köller ist überzeugt, dass unsere Lehrkräfte strenger korrigieren würden. In meinen Augen korrigieren sie auch ehrlicher als andere, denn Schleswig-Holstein hat traditionell einen der schlechtesten Abiturschnitte. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Das ist ja spannend!) Ich möchte betonen, dass das auch schon der Fall war, als das Bildungsministerium noch in FDPoder in SPD-Hand war. Nur damals hat sich die SPD nicht darüber beschwert. (Christopher Vogt [FDP]: Aha! – Weitere Zurufe) Viertens. Im Vergleich liegt unser Schnitt von 2,47 – aufgepasst – im langjährigen Mittel. Einfacher ausgedrückt bedeutet das, dass der Schnitt in Schleswig-Holstein in etwa gleichgeblieben ist, (Zuruf Annabell Krämer [FDP]) während sich andere Bundesländer massiv verbessert haben. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Sind also die Schüler anderswo viel klüger? Wohl kaum. Ich denke, dass die Leistungsanforderungen sukzessive aufgeweicht wurden, (Zuruf Annabell Krämer [FDP]) sodass die Anzahl der Einserabiturientinnen und Einserabiturienten stetig wächst. Kollege Habersaat sprach eben von einem Einserabitur von 40 Prozent in Thüringen. Das halte ich weiß Gott nicht für erstrebenswert. Also, das bedeutet eine klare Absage an die Noteninflation.
