Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ganz Deutschland war in den vergangenen Wochen im Fußballfieber, und so ein bisschen Fieber war hier heute, glaube ich, auch. Aber wir Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner sind es natürlich auch durch den ErstligaAufstieg von Holstein Kiel, und zwar ganz besonders. (Beifall CDU, FDP und SSW) Die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland hat dieses Fußballjahr dann noch gekrönt. Die deutsche Mannschaft hat sich bis ins Viertelfinale großartig präsentiert und gemeinsam mit den Fans eine starke Einheit gebildet. Der Mut und die Zuversicht, die ich selber live in Stuttgart im Stadion erleben durfte, begeistern mich bis heute. So eine Stimmung mit weiteren 50.000 Fußballbegeisterten zu teilen, ist einfach unglaublich. Ich gebe Julian Nagelsmann recht: Das braucht es auch in anderen Teilen unseres gemeinschaftlichen Lebens. Deshalb, liebe FDP-Fraktion, kann ich verstehen, dass die Emotionen hochkochen und, wie wir gehört haben, nicht nur bei Ihnen. Es macht Spaß, den Fanlagern beim Hoffen, Jubeln und Feiern zuzusehen. Doch bei meinem Besuch im Stadion ist mir eines noch einmal besonders deutlich geworden: Der Sicherheitsaufwand, der ein solches Event und die vielen Menschen im Fanblock begleitet, ist enorm. Meiner Meinung nach ist Pyrotechnik auf den Fantribünen ein Sicherheitsrisiko: Lärm, Rauch und Hitze und dann noch die Gefahr einer falschen Anwendung. Selbst kalte Pyrotechnik – allein die Bezeichnung ist irreführend – wird bis zu 230 Grad heiß und kann für schlimmste Verbrennungen sorgen. Rauchpartikel können sich in den Lungen festsetzen, sind somit gesundheitsschädlich nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Deshalb ist das Abbrennen von Pyrotechnik bislang verboten. Der Umgang mit nicht zugelassenem Feuerwerk ist sogar eine Straftat. Meine Damen und Herren, im Sport und gerade im Fußball stehen der Teamgeist, das Miteinander, der gegenseitige Respekt und die Fairness im Mittelpunkt. Was bei den Ultras als Bestandteil der Fankultur deklariert wird, ist für viele andere Begeisterte störend, wenn nicht sogar beängstigend. Kurz vor dem EM-Finale hat deshalb auch das Bundesjustizministerium noch einmal klargestellt: Pyrotechnik kann zu schweren Körperverletzungen führen und ist dann eben doch ein Verbrechen. Der Vorschlag, den wir heute diskutieren, hat dennoch – zugegebenermaßen – ein bundesweites Lauffeuer entfacht. Dennoch bleiben der Austausch zwischen Sportvereinen und Verbänden, den Behörden, den Ordnungsdiensten und der Fanszene sowie strikte Kontrollen die zentralen Wege, um diesem Sicherheitsrisiko entgegenzutreten. Die Sicherheit im Stadion ist und bleibt höchste Priorität.
