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Malte Krüger

GRÜNE 19.07.2024 Sitzungen 20/65

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Vertretungslehrkräfte sind, ehrlich gesagt, eine extrem wichtige Säule an unseren Schulen. Das weiß ich so gut, weil ich selbst eine Vertretungslehrkraft bin. Deswegen möchte ich zu Anfang meiner Rede erst einmal ein großes Dankeschön an jede Vertretungslehrkraft richten, die da draußen an den Schulen jeden Tag einen tollen Job macht. (Beifall ganzes Haus) Insbesondere an Grundschulen und an Gemeinschaftsschulen sind Vertretungslehrkräfte bei uns im Einsatz, auch an Gymnasien. Ich selbst war am Gymnasium im Einsatz. Vielleicht zu Beginn ein paar Fakten. Zum Stichtag 1. Oktober hatten wir 4.178 angestellte Vertretungslehrkräfte. 1.051 Personen hatten eine vollständige Lehramtsausbildung. Davon fallen 309 Personen unter die sogenannten Senior_innenlehrkräfte. Wir hatten 1.996 Personen mit einer Hochschulausbildung, und 1.131 Personen hatten weder eine abgeschlossene Lehramtsausbildung noch eine anderweitige Hochschulausbildung. Wir haben diese Diskussion an dieser Stelle schon sehr oft geführt. Wir hatten Diskussionen zu den Kettenverträgen. All das, was der Kollege Balasus und ich und das Ministerium dazu gesagt haben, gilt weiterhin. Deswegen werde ich dazu auch nicht viel sagen, denn die Probleme sind weiterhin genau die gleichen. Daran hat sich nichts verändert. Die Frage nach der Qualität von Lehrkräften an unseren Schulen wird oft leider – wie soll ich sagen? – so beantwortet, als ob Vertretungslehrkräfte nicht (Malte Krüger) die entsprechende Qualität hätten. Das merkt man Ihrem Antrag auch an, Herr Habersaat. Sie schreiben da gleich am Anfang, sie brauchen erst einmal eine Basisqualifikation. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Das hat Herr Balasus behauptet! – Beate Raudies [SPD]: Das hat Herr Balasus behauptet!) – Frau Raudies, gucken Sie einmal in den Antrag Ihres Kollegen hinein. Dann werden Sie sehen, da steht, sie brauchen erst einmal eine Basisqualifikation. Ich wäre an der Stelle sehr vorsichtig, liebe SPD, denn sie haben eine Basisqualifizierung. Sie haben ein Studium. Zum großen Teil – ich habe die Zahlen gerade vorgestellt – haben sie zum Beispiel einen Bachelor, zum Teil haben sie sogar einen Master. Wenn das keine Basisqualifizierung ist, dann weiß ich auch nicht. Sie haben die Haltung des Ministeriums, was neue Lehrkräfte angeht, angesprochen. Wir sind als Koalition seit Langem auf dem Weg, dass wir bei der Lehrkräftegewinnung mehrere Wege gehen. Wir haben diverse Pakete zur Lehrkräftegewinnung vorgestellt. Die Haltung des Ministeriums gegenüber neuen Lehrkräften hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. Ich weiß nicht, ob Sie sich noch vorstellen können, wie es vielleicht zur Zeit meiner Pädagogikprofessorin war, die immer erzählt hat, sie konnte nicht als Lehrerin arbeiten, weil es so viele Lehrkräfte gab, dass der Bedarf einfach nicht mehr da war. Da gab es eine komplett andere Haltung im Ministerium, als es heute der Fall ist, wo wir gerade versuchen, jede einzelne Lehrkraft in diesem Land in die Struktur der Schule zu bekommen. Herr Habersaat, dann haben Sie DaZ angesprochen. Mit unserem Alternativantrag, Drucksache 20/2264, haben wir die Prüfung, dass DaZ eigenständiges Fach ist, auf den Weg gebracht. Das heißt, wir sind bei dem Thema sehr offen. Wir haben an dieser Stelle auch schon MentoringProgramme diskutiert. Ich selbst habe übrigens, bevor wir das in diesem Landtag diskutiert haben, von einem Mentoring-Programm profitiert, weil meine Schule einen Schwerpunkt darauf gelegt hat. Da hat die Schulleitung gesagt, uns ist es so wichtig, dass Vertretungslehrkräfte ein Mentoring bekommen, dass wir dafür Stunden bereitstellen. So zu tun, als ob es so etwas an keiner Schule in Schleswig-Holstein gibt, ist falsch. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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