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Beate Raudies

SPD 18.07.2024 Sitzungen 20/64

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich begleite die Arbeit von Frau & Beruf in der Region Kreis Pinneberg seit vielen Jahren – nicht erst, seitdem ich hier im Landtag bin. Ich bin regelmäßig zu Gast. Die Beraterinnen von Frau & Beruf sind auch regelmäßig zu Gast in den städtischen Gremien überall bei uns im Kreis. Sie sind Gast in den Rathäusern, sie sind Gast in den Büros der Gleichstellungsbeauftragten, sie sind Gast in den Beratungsstellen, in den Frauenberatungsstellen, in den Frauenhäusern. Denn dort, lieber Kollege Kilian, findet ganz oft die Beratung statt. Nicht in der Beratungsstelle in Tornesch im Gewerbegebiet. Da haben die ihr Büro, da machen die ihre Arbeit, aber die Beratung machen sie vor Ort. Wenn sie dann in einem Frauenhaus sitzen und da sitzt die Sozialbearbeiterin daneben, die die Frau schon ein paar Monate betreut hat, dann ist das ein ganz anderer Zugang zu dieser Frau, als wenn die Beratung über eine Zoom-Konferenz passiert – oder welches Medium Ihnen auch immer vorschwebt. Das gilt genauso, wenn es im Büro der Gleichstellungsbeauftragten passiert. Was diese große, übergreifende Region, die Sie jetzt vorschlagen, für das Thema Vernetzung vor Ort bedeutet, machen Sie sich alle gar nicht klar. Sie machen sich nicht klar, was die Beraterinnen dort in den letzten 20 Jahren geleistet und aufgebaut haben und was es bedeutet, in diesen Kreisen, die jetzt von der Trägeränderung betroffen sind, ein komplett neues Netzwerk aufzubauen. (Beifall SPD) Ich habe hier kein nachvollziehbares Argument gehört, das gegen die bewährte Struktur spricht, außer den Hinweis auf die tatsächlich vorhandene Vakanz in einem Angebotsbereich in einer Region. Dazu hat Frau Herdejürgen gerade alles gesagt. Herr Kilian hat eben noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es doch sei, sich in die Arbeitgebergremien und in die regionale Wirtschaft zu vernetzen – ei der Daus! – Im Kreis Pinneberg, Kreis Steinburg und Kreis Dithmarschen sind die regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften die Träger. Mehr Vernetzung geht doch gar nicht. (Lukas Kilian [CDU]: Doch! Es geht mehr Vernetzung! – Birte Pauls [SPD]: In Schleswig-Flensburg auch!) Im Gegenteil, da wird von Frau & Beruf manchmal direkt in die Gründungsberatung umgeleitet, und es gibt ein positives Ergebnis. Eigenanteile bringen diese kommunalen Träger auch jetzt schon. (Lukas Kilian [CDU]: Das ist das Wirtschaftsverständnis der SPD! – Zuruf Kianusch Stender [SPD]) – Herr Kilian, wenn es Sie stört, was ich hier sage, stellen Sie mir eine Zwischenfrage oder melden sich zum Dreiminutenbeitrag. Jetzt darf ich hier reden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich habe mit Freude die Erläuterung zum Thema Trägerkooperation gehört. Das hört sich theoretisch gut an. Dann darf dieser Förderaufruf aber nicht mit einer Achtwochenfrist versehen sein, wie es ursprünglich gedacht war, denn all diese kleinen eigenständigen Träger brauchen Zeit, um diese Kooperation zu stricken. Wie stellen Sie sich das denn vor? – Das sind alles regionale Gesellschaften, die einen regionalen Auftrag haben. Die müssen mit ihrem Träger reden und vielleicht eine GmbH oder einen eigenen Verein gründen, an den die neue Beratungsstelle angedockt wird. Das geht nicht in acht Wochen, schon gar nicht über die Sommerpause. (Beifall SPD) Lassen Sie uns deswegen gerne noch einmal ausführlich in den Ausschüssen über die Struktur und die Idee dahinter reden. Dann kriegen wir vielleicht gemeinsam etwas für dieses tolle Projekt auf die Kante. – Danke. (Beifall SPD und SSW)

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