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Annabell Krämer

18.07.2024 Sitzungen 20/64

Abgeordnete Pauls, ich teile die Einschätzung des Kollegen Kilian, dass die gemachten Äußerungen des Kollegen nicht dazu geeignet waren, ihm ein schräges oder abwertendes Frauenbild zu zusprechen. (Birte Pauls [SPD]: Das habe ich auch nicht gesagt! – Widerspruch Dagmar Hildebrand [CDU]) – Ich glaube, Sie sagten „schräges Frauenbild“, und ich muss sagen: Das empfand ich nicht als angemessen. Ich glaube, das geht den Kolleginnen und Kollegen hier im Haus auch so. Ich bitte, davon Abstand zu nehmen, so zu pauschalisieren. Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erteile ich nun der Abgeordneten Catharina Nies das Wort. Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleg_innen! Die Erwerbsquote der Männer liegt weiterhin deutlich über der von Frauen, 65 Prozent gegenüber 55 Prozent. Frauen haben viel eher als Männer sogenannte brüchige Biografien. Denn sie sind es immer noch überwiegend, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, wenn Kinder geboren werden oder Angehörige gepflegt werden müssen. Hierdurch verringert sich nicht nur das Lebenserwerbseinkommen vieler Frauen, sondern es entsteht auch eine hohe Armutsgefährdung von Frauen im Alter. Diesen Zustand dürfen wir nicht hinnehmen, wir müssen ihn ändern. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Genau dafür brauchen wir die landesweit etablierten Beratungsstellen von Frau & Beruf. Die Fachkräftestrategie des Landes hat uns Frauen ein eigenes Handlungsfeld zugewiesen, weil wir einen hohen Anteil in der sogenannten stillen Reserve ausmachen. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen, bedeutet nicht nur, erwerbsfähige Frauen in die Berufstätigkeit zu bringen, es bedeutet auch, Frauen aus prekärer Beschäftigung herauszuholen, die Teilzeitquote zu verringern und die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Beruf zu verbessern, kurz: Frauen die Möglichkeit zu geben, ihr berufliches Potenzial zu verwirklichen. Die Beratungsstellen von Frau & Beruf tun genau das, und zwar erfolgreich seit über 30 Jahren. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Aus meiner Sicht ist es deshalb wesentlich für unseren Arbeitsmarkt, dieses Beratungsangebot planungssicher weiterzuführen, und genau das werden wir tun. Deshalb stehen im vorliegenden Alternativantrag von uns viele Punkte, die Frau & Beruf erfolgreich machen und die deswegen abgesichert werden sollen. Das war im Übrigen nicht nur mir, sondern auch meinem CDU-Kollegen Lukas Kilian wichtig. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Denn Frau & Beruf ist neben der Existenzgründungsberatung des Frauennetzwerks zur Arbeitsmarktsituation das einzige Arbeitsmarktinstrument des Landes, das sich explizit an den spezifischen Bedarfen und Herausforderungen von Frauen ausrichtet. Worüber sprechen wir heute? Der aktuelle Förderzeitraum läuft aus, und das Wirtschaftsministerium entwickelt neue Förderkriterien für den Zeitraum ab 2025. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass hierbei die langjährigen Erfahrungen der Beratungsstellen zu den Bedarfen der Kundinnen einbezogen werden. (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU – Zurufe SPD) Viele Frauen schätzen die persönliche Beratung vor Ort und können aufgrund von Care-Verpflichtungen nur begrenzt lange Wege auf sich nehmen. Deshalb ist es wichtig, ein dezentrales Angebot in ganz Schleswig-Holstein aufrechtzuerhalten. Ich bin froh, dass das Wirtschaftsministerium von anfänglich 15 – also ein Beratungsort pro Kreis – nun auf 32 Beratungsorte in ganz Schleswig-Holstein hochgegangen ist. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

Protokoll ↗