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Eka von Kalben

GRÜNE 18.07.2024 Sitzungen 20/64

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Lieber Malte Krüger, sorry für den Zwischenruf, aber ich hatte mich schon vorher entschieden, einen Kurzbeitrag zu halten. Leistung fördern ist richtig. Natürlich müssen junge Menschen lernen, auch frustresilient zu sein, denn sie werden in ihrem Leben ständig auf Frust treffen. Aber Leistung bedeutet für jedes Kind etwas völlig anderes, weil jedes Kind einen anderen Level hat. Für ein Kind mit einer Behinderung ist eine Leistungssteigerung etwas ganz anderes als vielleicht für einen Bernd Buchholz, der schon damals irgendwie drei Meter hoch gesprungen ist. (Heiterkeit – Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Für den einen ist es eine Leistung. Die Leistung muss immer so gemessen werden, dass es eine Steigerung der eigenen Kompetenzen ist. Darum geht es. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ja, ich kann Ihnen sagen: Ich zum Beispiel konnte als Kind bei den Bundesjugendspielen nicht einmal die Teilnehmerurkunde bekommen, geschweige denn die Siegerurkunde oder wie sie dann alle hießen. Wissen Sie, wie das gewesen ist? – Das war scheiße. (Beifall SPD und vereinzelt Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie sagen, Leistung ist so wichtig, damit sich etwas in der Gesellschaft, bei den Menschen entwickelt. Es hat komischerweise überhaupt nicht dazu geführt, dass ich mehr Lust hatte, Sport zu machen, (Martin Habersaat [SPD]: Erstaunlich!) und zwar leider bis heute. Das ist natürlich meine eigene Dämlichkeit. Aber es hat nicht dazu geführt, dass ich mich lieber bewege. Die Probleme, die wir in der Gesellschaft im Moment bei den jungen Menschen haben, sind Übergewicht, psychische Probleme und mangelnde Bewegung bei Kindern. Glauben Sie denn, dass wir diese Kinder, die heute schon vermutlich in den Grundschulen nicht die leistungsstärksten im Sport sind, durch einen stärkeren Wettbewerb mehr dazu motivieren können, in den Sportverein zu gehen? – Ich bezweifle das sehr. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD) Deshalb will ich Ihnen sagen: Viele Schulen machen es heute schon – das war zugegebenermaßen vor meiner Zeit, heute wäre ich vielleicht auch ein Freund von Bundesjugendspielen –, dass man im Team etwas gemeinsam macht, dass man seine Leistungen auf unterschiedlichem Wege voranbringen kann, dass man sportliche Spiele spielt. Bei dem „keine Tore zählen“ bin ich noch nicht hundertprozentig dabei, aber wenn die Fachleute das sagen – okay. Wo man aber wirklich etwas gemeinsam voranbringen kann, gibt es vielleicht dann auch mal eine Tanzgruppe, bei der ich dann ganz groß herausgekommen wäre, die dann mitmachen kann und bei der man dann auf eine andere Art seine Leistung erbringen kann. Das ist das, worum es mir geht. Das hört sich immer so an, als ob wir dagegen wären, dass Kinder Leistung erbringen. Nein, jedes Kind kann in seinen Kapazitäten, in dem, was es kann, besser werden. Das zählt, und nicht die Punktetabelle: Wer läuft am schnellsten. – Danke. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD)

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