Malte Krüger
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Erst einmal das Gemeinsame: Ich glaube, das Ergebnis der kurzen Frage in meiner Fraktion ist: Wir alle finden Bundesjugendspiele erst einmal gut. (Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein!) – Eka nicht? – Die Mehrheit in der Fraktion findet sie trotzdem gut. (Christopher Vogt [FDP]: Fang noch einmal neu an! – Weitere Zurufe) Gut, die Mehrheit in unserer Fraktion findet sie gut. Aber ich komme noch auf genau die Fälle, die die Kollegin von Kalben aufgeführt hat. Bundesjugendspiele sorgen nämlich für ein Erlebnis. Sie sorgen für ein Gruppenerleben, und sie sorgen, wenn sie richtig aufgestellt sind, auch für richtig viel Spaß an einer Schule. (Beifall FDP und Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) (Malte Krüger) Das muss aber nicht immer der Fall sein. – Bevor Frau von Kalben mich aus dem Konzept gebracht hat, wollte ich auf etwas eingehen, weil es gerade eine Diskussion über die KMK und das Kuratorium für Bundesjugendspiele gab. Ich wollte darauf hinweisen: Das sind nach meinem Dafürhalten zwei verschiedene Gremien, über die wir da sprechen. Es gibt einmal das Kuratorium der Bundesjugendspiele, in dem Sachen diskutiert werden. Martin Balasus ist schon auf die Sportverbände eingegangen, die da Forderungen haben. Dann ist da noch die KMK, die an der Stelle andere Interessen vertritt. Ich glaube, das müssen wir separieren. Bei dem Thema müssen wir uns erst einmal fragen: Was ist eigentlich das Ziel? Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Mein Ziel ist nämlich, dass junge Menschen Spaß an Sport und Freude an Bewegung haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Ziel muss auch sein: Viele sollen Sport und Bewegung als etwas Essenzielles im Leben wahrnehmen und Spaß daran haben. Ich glaube, die große Diskrepanz, die wir haben, besteht darin: Wie kommen wir da jetzt hin? Für bestimmte Schülerinnen und Schüler ist Wettkampf super. Das betrifft nicht alle, aber ich wäre so ein Fall: Bundesjugendspiele – in den Wettkampf, Bestleistung bringen, super! Da bin ich dabei. Es gibt aber auch eine nicht unwesentliche Gruppe von Schülerinnen und Schülern, für die ist das der Graus. Die wollen das auf gar keinen Fall. Für die führt mehr Wettkampf leider zu dem gegenteiligen Effekt, nämlich dass sie weniger Spaß an Bewegung haben. Das ist natürlich nicht gut. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt SPD) Jetzt haben wir seit einigen Monaten, seit fast einem Jahr eine Diskussion über die Frage, wie wir die Bundesjugendspiele zukünftig ausgestalten. Meiner Meinung nach gab es da einen leichten Schritt in die Richtung, dass wir mehr Wettbewerb machen und uns nicht mehr an der Bundespunktetabelle orientieren. Das war ein winziger Schritt, um die zweite Gruppe, die ich gerade aufgeführt habe, mehr in den Blick zu nehmen. Ehrlich gesagt, das ist ein winziger Schritt. Persönliche Bestleistungen spielen immer noch eine herausragende Rolle, egal ob ich Wettbewerb oder Wettkampf habe. Deswegen müssen wir uns einmal klarmachen, worüber wir hier eigentlich an der Stelle reden. Das Kuratorium der Bundesjugendspiele empfiehlt Wettbewerb bis Klasse 6. Jetzt gibt es eine Diskussion darüber, ob man nicht doch wieder zum Wettkampf kommt. Unsere Position ist: Wir bevorzugen Wettbewerb. Ehrlich gesagt können wir uns aber noch ganz andere Sachen vorstellen, das ist richtig. Ich glaube, wenn wir uns nur an einer Bundespunktetabelle orientieren, die irgendwie gottgegeben ist, – – (Zuruf Christopher Vogt [FDP]) – Ja, da sind schon Kriterien hinterlegt, aber, ehrlich gesagt, das verstehen Grundschüler_innen nicht, Herr Vogt. Wenn Sie Grundschüler_innen fragen, was sie an Bundesjugendspielen begeistert, dann wird das nicht die Bundespunktetabelle sein, sondern das werden der Spaß, die Freude, das Gruppengefühl sowie das Erlebnis sein und nicht die Orientierung an irgendwelchen Bundespunktetabellen. (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die FDP will nun also mehr Wettkampf und weniger Wettbewerb. Meiner Meinung nach hilft das nicht bei der Motivation von jungen Menschen. Ich glaube, wir müssen ganz anders darüber diskutieren. Herr Vogt, ganz am Anfang Ihrer Rede hatten Sie, da bin ich mir ziemlich sicher, gesagt, dass Sie Sorge haben, dass der Wettkampf gar keine Rolle mehr spielt. Egal ob Wettbewerb oder Wettkampf, der Wettkampf spielt genauso eine Rolle. Deshalb verstehe ich die FDP-Position an der Stelle nicht. Meiner Meinung nach ist es auch in den Fachanforderungen relativ klar. Ich habe vorhin schon darauf hingewiesen: Wir haben allein in den Grundschulfachanforderungen 62-mal das Wort „Leistung“. Wir haben es 191-mal in den Fachanforderungen für Sek I und Sek II. Jetzt darüber zu diskutieren, dass wir weniger Leistung im Sportunterricht haben, halte ich für falsch. Deswegen werden wir den FDP-Antrag ablehnen. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Lars Harms [SSW])
