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Malte Krüger

GRÜNE 18.07.2024 Sitzungen 20/64

Sie haben Recht, wir sind nicht im Unterricht. Das ist mir durchaus bewusst. Es ist aber eine ziemlich entscheidende Diskussion, die wir an dieser Stelle führen. Der Unterschied – Sie haben es auch deutlich gemacht –, ob es nun eine Bundespunktetabelle gibt oder praktisch einen Vergleich in einer Gruppe an einer Schule, sagt ja nicht, dass es gar nicht mehr einen Anreiz gäbe, (Christopher Vogt) Leistung zu bringen. Das wundert mich. Wir Grüne können uns tatsächlich noch andere Richtungen vorstellen, um junge Menschen für sportliche Tätigkeiten zu begeistern. Aber so zu tun, als ob durch diese Diskussion gar kein Leistungsgedanke mehr hineinspielt, ist ein Irrglaube. – Nein. Zum zweiten Punkt – ich will das Ratespiel beenden –: Sie haben fünf gesagt. Der Begriff „Leistung“ findet sich in den Fachanforderungen Grundschule 61-mal. Das ist, finde ich, ganz schön oft. – Es ist ja toll, dass man Begriffe zählt. Entscheidend ist aber, was der Inhalt der ganzen Geschichte ist. (Beifall FDP) Ich halte auch immer wenig von diesem SchwarzWeiß nach dem Motto, wir suggerierten, es finde gar keine Leistung mehr statt. – Wir wollen einen positiv-motivierenden Leistungsgedanken stärken. (Beifall FDP) Darum geht es. Den wollen wir stärken. Der kann 61-mal oder 122-mal vorkommen. Das ist nicht der entscheidende Punkt. Die Frage ist: Der Leistungsgedanke wurde hier heruntergestuft. Das kann man so wollen. Wir wollen aber etwas anderes. Darum geht es, Herr Kollege. Deswegen sind wir an der Stelle anderer Meinung als die Grünen, und das ist doch auch in Ordnung. Auch die meisten Menschen, die in dem Bereich tätig sind, mit denen ich spreche, sehen es anders als Sie. Deswegen haben wir diesen Antrag gestellt. (Beifall FDP) Daran anschließend: Vergleichbarkeit und Einordnung erbrachter Leistungen auch über die eigene direkte Umgebung hinaus – darum geht es eben – sind wesentliche Bestandteile in vielen Bereichen des Lebens, weswegen es auch in den Schulen eine Rolle spielen muss. Ich bin der Meinung, Herr Kollege – das ist der entscheidende Punkt –, der Leistungsgedanke sollte nicht immer weiter in den Hintergrund treten. Es muss darum gehen, die Kinder in angemessener Form für Sport zu begeistern und sie zu motivieren, ihren Talenten folgend am Ball zu bleiben. Dazu gehören zum einen die Erkenntnis, dass sich Leistung und Anstrengung lohnen, zum anderen aber auch eine gewisse Frustrationstoleranz und ein angemessener Umgang mit Sieg oder Niederlage. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich fand es deswegen wichtig, dass der hessische CDU-Kultusminister, der passenderweise Schwarz heißt – ich weiß nicht, ob das Voraussetzung ist – (Heiterkeit Jasper Balke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) kürzlich angekündigt hat, dass er sich – wie auch wir mit diesem Antrag – dafür einsetzen möchte, dass der Wettkampfcharakter bei den Bundesjugendspielen auch in der Grundschule wieder eine Rolle spielen soll. Die grüne Bildungsministerin aus Niedersachsen, die ich schon erwähnt habe und die interessanterweise Hamburg heißt, hat allerdings sofort erklärt, dass sie und auch die grüne Seite dagegen sei. Uns interessiert jetzt natürlich, wo die schwarz-grüne Koalition in dieser Frage steht. (Dr. Heiner Garg [FDP]: In der Mitte!) Der Kollege Krüger hat es eben schon angedeutet. Die CDU-Landtagsfraktion hatte sich bisher ähnlich kritisch wie wir geäußert. Der Kollege Balasus zum Beispiel hat sich im vergangenen Jahr kritisch zu diesem KMK-Beschluss geäußert. Ich fand das richtig. Allerdings muss man auch sagen: Schleswig-Holstein beziehungsweise die CDU-Bildungsministerin hat ja der aktuellen Regelung im Rahmen der Kultusministerkonferenz zugestimmt, soweit ich weiß. (Ministerin Karin Prien: Hat sie nicht!) Passend dazu hat Ministerin Prien immer wieder erklärt, es sei gar nicht so, wie es die Kritiker beschrieben, obwohl es ja tatsächlich so ist. Gestern habe ich in den Zeitungen gelesen – ich glaube, es war in der Deutschen Presse-Agentur –, dass die Ministerin jetzt meint, die Opposition soll beim Thema nicht schrill und populistisch sein. (Martin Balasus [CDU]: Richtig! – Ministerin Karin Prien: Machen Sie ja nie!) – Keine Sorge. Das sind wir nicht. (Martin Balasus [CDU]: Immer sportlich!) Schrill und populistisch sind vielleicht einige Twitter-Accounts, aber wir sind es nicht, Frau Ministerin. Das überlassen wir gern anderen. Gleichzeitig erkannte nun aber auch die Ministerin einen entsprechenden Korrekturbedarf an. Willkommen im Club, Frau Ministerin – besser spät als nie! Karin Prien ist ja in der Kultusministerkonferenz auch die Koordinatorin der B‑Länder, also der konservativen Seite. Deswegen freuen wir uns sehr, (Christopher Vogt) dass Sie unser Anliegen offenbar teilen. Wir hoffen, dass Sie sich in der eigenen Koalition und in der Kultusministerkonferenz durchsetzen. Frau Prien, wir setzen jetzt auf Ihr Beharrungs- und Durchsetzungsvermögen und bitten die anderen Fraktionen um Zustimmung zu unserem Antrag. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall FDP)

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