Malte Krüger
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Erst einmal vielen Dank, Frau Ministerin, für den Bericht und an dieser Stelle auch einen Dank an die SPD für den Antrag. Ehrlich gesagt habe ich zu dem Thema sehr viel gelernt. Herr Habersaat, wenn ich Ihnen vorhin richtig zugehört habe, sind wir beim Ziel sehr nah beieinander. Ich glaube, der Weg dahin ist eine Diskussion, die wir sicherlich im Bildungsausschuss noch fortsetzen werden. Berufliche Orientierung an Schulen ist wichtiger denn je. Wir haben circa 300 Ausbildungsberufe deutschlandweit, ungefähr 21.000 Studiengänge. Das ist eine ganze Menge; sich da durchzuwursteln, ist nicht ganz so einfach. Jeder und jede von uns kennt die Frage der Oma oder des Opas: Was willst du eigentlich werden? – Oft haben Schüler_innen darauf keine Antwort und sind orientierungslos. Bei vielen löst sich das im Laufe der Zeit. Es ist heute auch völlig in Ordnung, sich auszuprobieren und zu schauen, ob ein bestimmter Ausbildungsberuf etwas für einen selbst ist. Wenn das nichts für einen ist, dann wird eben etwas anderes ausprobiert. Bei dem Fachkräftemangel ergeben sich auch völlig andere Möglichkeiten als in der Generation meiner Eltern. Es gibt aber auch Menschen, die deutlich mehr Hilfe bei der Vermittlung von Anschlussperspektiven brauchen. Es gibt Menschen, die durch das Raster fallen. Das kann ganz viele unterschiedliche Gründe haben. Es können zum Beispiel sprachliche Hindernisse vorliegen, oder jemand hat ein körperliches Handicap oder eine spezifische Ausprägung von Neurodiversität. Das Programm, über das wir reden, soll den Jugendlichen helfen, ihre Stärken und Schwächen zu analysieren und in persönlichen Gesprächen ihre beruflichen Möglichkeiten zu ergründen. Die Coaching-Angebote werden vornehmlich durch das „Landesprogramm Arbeit 2021 bis 2027“ gefördert, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds+ finanziert wird. Der von der Landesregierung vorgelegte Bericht zum Einsatz von Coaching-Fachkräften verdeutlicht den Erfolg dieses CoachingProgramms und zeigt auf, dass bereits viele Schü- (20. WP) – 63. Sitzung (neu) – Mittwoch, 17. Juli 2024 ler_innen profitieren konnten. Drei Viertel der Teilnehmenden bekommen anschließend eine nachhaltige Anschlussperspektive. Die Ministerin hat vorhin auch erwähnt – was ich interessant fand –, dass ein Viertel nachher in die Ausbildung kommen. Das ist schon eine ganze Menge. In meinen Augen ist das Coaching also ein notwendiges Angebot, weil wir eben Schüler_innen im System haben, die Schwierigkeiten beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf haben. Für diese bietet das Coaching eine Hilfestellung Wir werden die Diskussion im Ausschuss fortführen. Ich möchte deswegen zum Schluss noch einmal den multiprofessionellen Coaching-Teams danken, die eine total wertvolle Arbeit machen, sodass niemand unter das Radar fällt, sondern er die Möglichkeit bekommt, Anschluss zu finden. Gerne vertiefen wir also das Thema im Bildungsausschuss. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)
