Karin Prien
Ich würde jetzt gerne fortfahren. – Ich will Ihnen sagen, welche Empfehlungen uns die Allianz für Lehrkräftebildung gibt. Sie sagen: Bitte macht in Flensburg einen neuen Bachelorstudiengang zur Stärkung der berufspädagogischen Studiengänge! Sie sagen uns: Macht weiter mit dem dualen Master in der Sonderpädagogik! – Genau das werden wir machen, und es wirkt: Allein für den Kreis Steinburg, einen ganz besonders betroffenen Bereich, haben wir fünf zusätzliche Studierende im Bereich dualer Masterstudiengang Sonderpädagogik gewinnen können. Das sind gute Nachrichten, meine Damen und Herren. Wir haben neue Studiengänge für das Fach Musik. Wir haben bereits den Quereinstiegsmaster im Rahmen von MusikPlus in Lübeck eingerichtet. Inzwischen kann man doch in Lübeck bereits Mathematik studieren. All das haben wir doch schon gemacht, Herr Vogt. Insofern glaube ich, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Wir werden Studiengänge im Bereich Mathematik und Informatik einführen, und das ist genau das, was die Ständige Wissenschaftliche Kommission uns vorschlägt. Genauso werden wir weiter verfahren. Dann will ich Sie einmal bitten, darüber nachzudenken, was es eigentlich bedeutet, wenn wir tatsächlich anfangen, in Bereichen wie dem Lehramtsstudium duale Studiengänge flächendeckend einzuführen. (Christopher Vogt [FDP]: Das macht doch niemand flächendeckend!) Dann müssen Sie das irgendwann auch in der Musik machen. Dann müssen Sie das im Pflegebereich machen. Also: Wir reden über 30 zusätzliche Studienplätze, die in Sachsen-Anhalt geschaffen werden. Ich glaube, wir schaffen diese 30 Studienplätze ganz locker über andere Maßnahmen, und wir werden diesen Weg auch weitergehen. Richtig ist – und das werden wir tun; das ist auch Gegenstand des Koalitionsantrages –, dass wir die Phasen der Lehrkräftebildung, die erste, zweite und (Ministerin Karin Prien) dritte Phase, eng verzahnen. Gerade die dritte Phase ist so wichtig, weil Lehrkräfte, die schon im Dienst sind, über Unterrichtsgenehmigungen in weiteren Fächern, nämlich in Mangelfächern, zusätzlich Unterrichtsgenehmigungen erhalten. Meine Damen und Herren, es geht nicht darum, das zu tun, was andere tun. Es geht nicht darum, das zu tun, was für andere richtig sein mag. Es geht darum, das Richtige zu tun. Für Schleswig-Holstein gibt es die Maßnahmen, die ich hier eben beschrieben habe. Diese halten wir für richtig. Darüber hinaus werden wir neue Personengruppen, insbesondere Lehrkräfte aus dem Ausland, noch stärker fördern. Wir tun das bereits mit dem Programm für die ukrainischen Lehrkräfte. Wir werden darüber hinaus über die Europa-Universität das Projekt InterTeach Plus weiter ausbauen, mit dem wir Lehrkräften mit Flucht- und Migrationsbiografie die Möglichkeit geben, ihren Beruf auszuüben. Auch das, glaube ich, ist ein wichtiger Aspekt. Schließlich werden wir einen Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang für die Sozialpädagogik, für das berufliche Lehramt an der Christian-Albrechts-Universität einführen. Sie sehen daran: Wir machen es bedarfsgerecht, und wir glauben, dass wir hier bessere Erfolge erzielen als durch so einen pauschalen Ansatz, den Sie uns heute hier vorgestellt haben, lieber Herr Vogt. – Ich danke Ihnen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
