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Kristina Herbst

20.06.2024 Sitzungen 20/61

Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat die Abgeordnete Catharina Nies das Wort. Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleg_innen! Ich bedanke mich bei Ministerin Touré für den Bericht zu den Planungen der PerspektivKitas. Wichtig finde ich noch einmal zu betonen: Wir starten heute nicht mit dem Programm, wir sind mitten in der Konzeptionierungsphase. Aber der Rahmen ist gesetzt: Wir bekommen die PerspektivKitas zum Jahr 2025, und das ist eine sehr gute Nachricht. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Wir haben uns als Regierungsparteien Anfang der Legislaturperiode unter anderem vorgenommen, erstens das erfolgreiche PerspektivSchul-Programm auszuweiten und zweitens diese Idee eines besonderen Unterstützungsprogramms für Bildungseinrichtungen in sozial herausfordernden Lagen auch auf Kindertageseinrichtungen auszuweiten, und hierbei mit dem Fokus einer Stärkung in der sozialräumlichen Arbeit, in der Elternarbeit, bei der sprachlichen Entwicklung und auch bei der Unterstützung der Kinder beim Übergang in die Schule. Der Schritt vom letzten Kitajahr in die erste Klasse ist ein riesengroßer Schritt für Kinder. Es ist enorm wichtig, dass sie mit dem Start ins Schulleben etwas Positives verbinden. Wir müssen unbe- (Catharina Johanna Nies) dingt vermeiden, dass Grundschule für sie zu einem Raum des Scheiterns wird. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Eine gute frühkindliche Bildung, in der Kinder sich entfalten können und begeistert Neues entdecken, ist aus meiner Sicht genau die beste Vorbereitung auf die Schule. Um den Übergang noch intensiver zu begleiten, benötigen Kitas zusätzliche Ressourcen und besonders Menschen, die am Kind arbeiten und insbesondere in den Vierteln und Orten, in denen viele sozioökonomisch benachteiligte Familien leben; denn der Bildungserfolg eines Kinders soll nicht von der Herkunft der Eltern abhängen. Diesen Zusammenhang müssen wir endlich durchbrechen. Das PerspektivKita-Programm soll gezielt dort ansetzen, wo soziale Herkunft bereits in der frühkindlichen Bildung zu Hemmnissen und zu ungerechten Startchancen führen kann. Armutsgefährdete Kinder besonders in den Blick zu nehmen, ihre Teilhabe- und Bildungsmöglichkeiten gezielt zu verbessern – auch das gehört zur Inklusion. Über das Startchancenprogramm von Bund und Ländern verdoppeln wir daher zum nächsten Schuljahr die Zahl der PerspektivSchulen auf 128, und im kommenden Jahr etablieren wir circa 40 PerspektivKitas an besonderen Standorten nahe einer PerspektivSchule. Wir erfüllen also zwei zentrale Punkte aus unserem Koalitionsvertrag. Dass es in den Haushaltsverhandlungen 2024 gelungen ist, einen Titel für die Etablierung der PerspektivKitas zu schaffen – trotz unserer schwierigen Haushaltslage –, zeigt einmal mehr, wie wichtig uns, CDU und Grünen gemeinsam, die Themen frühkindliche Bildung und Chancengerechtigkeit sind (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) und dass wir schrittweise und konsequent an Verbesserungen in den Rahmenbedingungen arbeiten. Neben dem Landesprogramm der Sprach-Kitas, dem derzeitigen Aufbau der regionalen Kompetenzteams Inklusion und dem bewährten Traumapädagogischen Kompetenz- und Beratungs-Programm TiK SH werden wir nun mit den PerspektivKitas eine weitere wichtige Säule für das inklusive Arbeiten in unseren Kindertageseinrichtungen etablieren. Der darauf folgende Schritt wird im nächsten Jahr die Erprobung der Viereinhalbjährigen-Screenings sein. Genau wie bei den PerspektivKitas sind wir hier noch in der Konzeption. Ich halte es für sehr sinnvoll, die Modellprojekte für dieses Entwicklungs- und Übergangsinstrument in einem neugeschaffenen Tandem-Raum „PerspektivKita – PerspektivSchule“ zu erproben. Aus meiner Sicht sind für die weitere Konzeption folgende Punkte wichtig: dass an den jeweiligen Modellstandorten alle Kinder adressiert werden, dass die sprachliche, aber auch die emotionale, soziale, motorische und kognitive Entwicklung im Fokus stehen und die Entwicklung bezogen auf die in den Bildungsleitlinien formulierten pädagogischen Ziele, dass die Modellprojekte evaluiert und wissenschaftlich begleitet werden, dass es eine gezielte Unterstützung der Familien und ihrer Vernetzung mit bestehenden Angeboten im Sozialraum gibt und dass bestehende Fördermöglichkeiten – das ist mir sehr wichtig – im gesundheitlichen Bereich mit dem Screening verknüpft werden wie Logopädie, Ergotherapie und Fördermöglichkeiten der Eingliederungshilfe. Denn dadurch verbessert sich der Zugang. Ich bin gespannt auf den Startschuss im Jahr 2025 und freue mich, dass damit ein weiterer wichtiger Baustein für mehr Chancengerechtigkeit für die Kinder in Schleswig-Holstein aufgebaut wird. – Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

Protokoll ↗