Martin Habersaat
Vielen Dank, Frau Rathje-Hoffmann, ich wollte nur festhalten, dass Sie sicherlich mit uns übereinstimmen, dass Kinder mit besonderen Bedarfen hier die Sache sind, oder? – Da stimmen wir auf jeden Fall überein. Aber ich fand die Geschichte eben ein bisschen kurios. Erlauben Sie mir, meine Art der Darstellung hier vorzutragen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Zeit läuft! – Vielen Dank, Frau Ministerin, für diesen Bericht. Chancengerechtigkeit beginnt in der Kindertagesstätte, also in der Krippe und im Elementarbereich. Diese Orte sind Bildungsstätten, Betreuungsstätten und Erziehungsstätten für unsere kleinen Kinder. Nach der primären Sozialisation der Kinder in der Familie ist die Kindertagesstätte der erste Kontakt zum größeren Umfeld außerhalb der Familie. Hier werden die Weichen für die weitere Entwicklung der Kinder gestellt. In der frühen Kindheit erleben die Kinder Verhaltensweisen und Lebensstile in vielen Bereichen, deswegen ist ihre Sozialisation in der Kindertagesstätte so enorm wichtig. (Katja Rathje-Hoffmann) (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir haben das Ziel, die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern stetig zu verbessern. Dabei spielt der Übergang von der Kita zur Schule eine entscheidende Rolle. Das zu fördern, ist einer unserer zentralen Punkte und ein zentrales Ziel der Landesregierung. Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir den so wichtigen Übergang von der Kita zur Schule stärken. Gerade auch für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, insbesondere beim Thema Sprache, ist das enorm wichtig. Hierzu gab es bereits Anfang des Jahres – die Ministerin hat es erwähnt – einen speziellen Fachtag für den gelingenden Übergang von der Kita zur Schule. Dabei waren unter anderem Fachleute aus Schulen, Kitas, Trägern, Kommunen, Ministerien und natürlich auch Eltern. In Abstimmung mit dem Bildungsministerium werden nun die Eckpunkte für die PerspektivKitas und auch für das angepasste Hamburger Modell zur Vorstellung der Viereinhalbjährigen – genannt „Entwicklungsfokus Viereinhalb“, das kann man mit „EVi“ toll abkürzen – gemeinsam entwickelt. Das Konzept der PerspektivKitas beinhaltet, dass besonders für Kinder aus Herkunftsfamilien mit geringem Bildungsstand der Eltern, Migrationserfahrung und psychosozialen Belastungen – ähnlich wie beim PerspektivSchulProgramm – entsprechende Sozialräume entwickelt werden sollen. Dadurch können Familien und Kinder noch besser unterstützt werden. In einigen Einrichtungen soll das EVi-Programm erprobt, gegebenenfalls weiterentwickelt und angepasst werden. Voraussetzung ist deshalb immer eine festgelegte und enge Zusammenarbeit zwischen PerspektivKita und PerspektivSchule – vor allem in belasteten Umfeldern, verbunden mit einer entsprechenden Armutsquote vor Ort und Kindern mit Unterstützungsbedarf. PerspektivKitas erhalten dafür künftig eine zusätzliche halbe Fachkraftstelle. Dabei ist die Kooperation mit der entsprechenden Schule und die sprachliche Bildung verpflichtend. Handlungsfelder wie Naturwissenschaft und Mathematik, Gesundheit und die Stärkung der Familie können optional behandelt werden. Um dieses Projekt noch in diesem Jahr vorzubereiten, sind im aktuellen Haushalt 250.000 Euro und im kommenden Jahr 2,05 Millionen Euro für die praktische Umsetzung der PerspektivKitas und zur Finanzierung der halben Fachkraftstelle in den künftigen PerspektivKitas eingeplant. Die Kitas können sich in einem Auswahlverfahren für dieses Projekt bewerben. Es ist vorgesehen, dass es bis zu 45 PerspektivKitas geben soll. Um die nächsten konzeptionellen Schritte vorzubereiten, sollen die Eckpunkte mit den kommunalen Landesverbänden, der LAG der freien Wohlfahrtsverbände und weiteren Beteiligten bis September 2024 besprochen werden. Parallel dazu verläuft die Entwicklung des Auswahlverfahrens für die PerspektivKitas für den geplanten Start im Januar 2025. Außerdem finden auch im Januar bis Februar 2025 Schulungen für die Piloteinrichtungen, die am EVi-Projekt teilnehmen werden, statt. Das Modellvorhaben EVi startet dann im März des kommenden Jahres mit einigen Pilotprojekten – für mehr Chancengerechtigkeit von Anfang an. Das ist unser Wille. – Danke schön. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
