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Karin Prien

20.06.2024 Sitzungen 20/61

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Vor genau einer Woche haben wir in Schleswig-Holstein Besuch aus Kanada empfangen. Der Bildungsminister aus Alberta, Nicolaides, war mit einer Delegation bei uns, um sich über die berufliche Bildung bei uns im Land zu informieren. Gemeinsam haben wir unter anderem auch das BBZ in Mölln besucht. Die Kanadier waren sehr begeistert von dem, was sie dort gesehen haben. Ich teile diese Begeisterung. Sie sind im Übrigen sehr begeistert davon, wie wir unsere berufliche Bildung in Deutschland und in Schleswig-Holstein organisieren. Der Bildungsminister hat den Auftrag seines Ministerpräsidenten, ein vergleichbares System in Alberta einzuführen. (Beifall CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Beifall Christopher Vogt [FDP]) Die Wahrheit ist aber auch, dass man bei aller – auch internationaler – Begeisterung für die berufliche Bildung in unserem Land manchmal den Eindruck gewinnen kann, dass die Anerkennung für die berufliche Bildung, für die duale Bildung eben nicht die ist, die wir uns gemeinsam wünschen, und dass viele Jugendliche und vor allem – das muss man deutlich sagen – auch deren Eltern der Meinung sind, ihnen beziehungsweise ihrem Kind sei besser gedient, wenn es nicht nur das Abitur macht, sondern auf jeden Fall eine Hochschulausbildung macht. Das gilt auch für Jugendliche, die während ihrer Schulausbildung aus dem Ausland zu uns kommen. Von ihnen haben wir sehr viele. Die Anerkennung für die duale Ausbildung und die Kenntnisse darüber sind international leider nicht sehr weit verbreitet. Daran müssen wir arbeiten, und das tun wir auch. Ich bin allen, die Anträge formuliert haben, sehr dankbar, dass sie damit das Thema berufliche Bildung heute auf die Tagesordnung gesetzt haben; denn wir als Landesregierung tun gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium wirklich alles, um der beruflichen Bildung weiter eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz zu eröffnen. Lieber Herr Vogt, das entscheidende Mittel dazu ist natürlich nicht der Masterplan, sondern die entscheidenden Mittel sind die intensiven Bemühungen zur beruflichen Orientierung einschließlich der Entwicklung neuer Formate wie der „Woche der beruflichen Bildung“ oder die neue Praktikumsdatenbank, die wir zurzeit mit den Stakeholdern gemeinsam aufsetzen. Es sind auch sehr viele Maßnahmen, die sich aus dem Landeskonzept „Berufliche Orientierung“ ergeben. Herr Stender, Sie waren damals noch nicht dabei. Deshalb sage ich Ihnen: Das Konzept stammt aus dem Jahr 2021. Danach hatten wir die Coronajahre. Wenn man etwas evaluieren will, braucht man eine gewisse Erfahrung, um überhaupt erkennen zu können, was wirkt oder nicht wirkt. Deshalb macht es total viel Sinn, dass die Koalition in ihrem Antrag gesagt hat: Bitte schaut da jetzt genau hin. Welches sind die Maßnahmen, die wirken? Welches sind die Maßnahmen, die nicht wirken? – Alles, was wir hier machen, kostet sehr viel Geld. In Zeiten knapper Kassen muss man genau hinschauen, um zu sehen, ob die Maßnahmen, die man ergreift, wirken. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Genau das werden wir jetzt machen.

Protokoll ↗