Dr. Kai Dolgner
Herr Kollege, ich bin ja froh, dass Sie vonseiten der Koalition damit angefangen haben, das fachlich zu diskutieren. Ich gehe davon aus, dass Sie wissen, dass sich die Wählerinnen und Wähler der AfD nicht als Antidemokraten sehen und dass sich auch die AfD zum guten Teil nicht als antidemokratisch sieht. Das ist ein großer Unterschied zu den faschistischen Bewegungen von vor 100 Jahren. Es ist eine der Hauptmotivationen der Wählerinnen und Wähler der AfD zu sagen: Wir sind für eine Demokratie, aber nicht für diese, weil wir in dieser nichts bewirken können. – Das ist also eine Frustration. Wenn man diese Erkenntnis hat – was die Soziologie uns ziemlich eindeutig sagt und dieser Unterschied findet leider in zu wenigen Debatten statt –, dann wäre es doch besser, zur Demokratie nicht nur zu bilden, also darüber (Malte Krüger) zu informieren, wie soll Demokratie sein, sondern Demokratie zu leben, wie beispielsweise in einer Demokratie-Kita. In unserem Antrag geht es in den ersten acht Punkten darum, Partizipation zu leben, und nicht darum, irgendwelche Bildungsdefizite zu schließen. Eine abschließende Bemerkung: Ich bin Vater einer Tochter, die diesen Sprung – in Anführungsstrichen – von einer Demokratie-Kita in eine Grundschule vor ein paar Jahren gemacht hat. Meine Tochter hat nicht den Eindruck gehabt, dass sich ihre partizipativen Möglichkeiten erweitert hätten. Könnten Sie deshalb nicht vielleicht doch eher den Ideen unseres Antrags näherstehen, mit dem das zentrale Probleme angegangen wird, dass die Kinder nicht nur wissen, was eine Demokratie sein sollte, sondern sie auch leben, also die Demokratie ernstgenommen wird? – Herr Abgeordneter Dolgner, ich wollte gleich zu Ihrem Antrag kommen und eigentlich dazu auch einen Vorschlag machen. Das kann ich auch jetzt gern schon machen, wenn das hilft. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Ja, dann sparen Sie Redezeit!) Ich glaube, dass der SPD-Antrag und unser Alternativantrag nicht meilenweil auseinander sind. Wenn ich mir die Begründung Ihres SPD-Antrags durchlese, dann sehe ich da extrem viele Anknüpfungspunkte. Deshalb würde ich ja auch gern den Vorschlag machen, dass wir beide Anträge in den Bildungsausschuss überweisen und versuchen, etwas Gemeinsames – nicht nur mit SPD und CDU, sondern auch mit der FDP und dem SSW – auf die Beine zu stellen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und SSW – Unruhe) Denn das Thema geht uns alle etwas an. Was wir in unserem Alternativantrag – –
