Annabell Krämer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Wehrte Kollegen! Die S 3 und die A 1 sind die Hauptverkehrsadern des öffentlichen Personennahverkehrs im Kreis Pinneberg. Daran darf die Axt nicht weiter angelegt werden. (Beifall FDP und Beate Raudies [SPD]) Herr Minister, Finger weg von der Taktausdünnung bei der A 1! Sie wissen, was Sie den Menschen an dieser Trasse jetzt schon zumuten. Seit nahezu zwei Jahren gibt es dort Schienenersatzverkehr, und zwar mehr und mehr. Ich sage Ihnen auch, warum: Alle Knotenpunkte verkehrlicher Art sind auf dieser Trasse überlastet. Die Autobahnauffahrt Quickborn ist morgens der Super-GAU, 20 Minuten Wartezeit. Die S 23 – wir brauchen nicht darüber zu reden – nach Eidelstedt: Stau, jeden Morgen, hin und her. Die L 76: hoffnungslos überlastet. Die Ausweichstrecke Kieler Straße an der Trasse zur A 1: Stau noch und noch. Herr Minister, mehr Verkehr ist auf der Straße dort nicht möglich – und Sie überlegen allen Ernstes, dort auch noch die A 1 auszudünnen –, obwohl wir jetzt schon unter einem extremen Schienenersatzverkehr zu leiden haben. Sie wissen, was uns droht: Es droht im Kreis Pinneberg, in Ellerau, Quickborn, die Ansiedlung des größten Logistikers in Schleswig-Holstein mit zusätzlichen 1.600 LkwVerkehren. – Sie hören richtig: 1.600 Lkw-Verkehre. Anfang 2025 soll es losgehen. Tolle Kunden wie Schenker oder Coca-Cola werden dort täglich 50 Lkw-Rampen bedienen – und das parallel zu dieser Trasse der A 1 oder als Ausweichstrecke auf der A 23. Die Verkehre sind nicht mehr zu tragen. Es ist ein 24/7-Betrieb. Da hilft es auch nicht, wenn eine Verkehrsausdünnung in den Randstunden oder an Sonntagen geplant ist. Ein Großlogistiker siedelt sich dort vielleicht nicht an, wenn wir nicht endlich Einhalt gebieten. Basierend auf einem Bebauungsplan von 1965 wurde die verkehrliche Anbindung geprüft. Damals gab es dort sogar noch einen Güterbahnhof, der die Produktion auf diesen Gebieten ableiten sollte. Diesen Güterbahnhof gibt es aber nicht mehr, nein. Das wird künftig alles über die L 76 und über die A 7 – über die Autobahnknotenpunkte, über Quickborn oder Pinneberg-Nord –, erfolgen, und zwar schön durch die Dörfer Renzel, Borstel-Hohenraden und andere. Eine BÜSTRA-Anlage sollte 2023 in Tanneneck gebaut werden. Sie kann nicht mehr gebaut werden. Warum? – Weil der Großlogistiker eine größere Anlage erfordert. Die Schulwegsicherung ist also in weite Ferne gerückt. Meine Damen und Herren, im Kreis Pinneberg droht uns ein weiterer Verkehrskollaps. Der ÖPNV ist nicht mehr zuverlässig. Die Straßen sind überlastet. Es droht ein zusätzlicher Kollaps, der auch das Autofahren, das Nutzen der A 7 oder der A 23 nahezu unmöglich macht. Damit Sie sich ein Bild davon machen können – Sie werden es kaum glauben –: (Die Rednerin hält ein Schaubild hoch.) – Das droht Ellerau und Quickborn im nächsten Jahr. 50 – –
