Malte Krüger
Es ist auch ganz harmlos. Ich habe mich vorhin versprochen, und Sie haben das gerade angesprochen. Was ich hier vorhin aufgezählt habe, waren die Nennungen des Begriffs Schwimmen über die verschiedenen Legislaturperioden hinweg. Mir ist durchaus klar, dass wir nicht über 90 Schwimmdebatten geführt haben. Aber das zeigt, wie oft wir dieses Thema hier thematisiert haben. Das wollte ich noch einmal nachreichen, bevor es zu Missverständnissen kommt. (Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Sie schwimmen bei diesem Thema!) – Das ist gut. Danke für die Richtigstellung, Herr Kollege. Wir reden über einen flächendeckenden Schwimmunterricht, der in Schleswig-Holstein sichergestellt werden soll, das ja immerhin das Land zwischen den Meeren ist. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir Schulträger und Träger von Schwimmhallen finanziell und strukturell unterstützen. Das ist ganz klar. Sie brauchen diese Unterstützung, um nachhaltig verbindlichen Schwimmunterricht gewährleisten zu können. Die Zahlen aus dem vorliegenden Bericht zeigen, wie heute schon oft genannt, dass 72,7 Prozent aller Kinder in Schleswig-Holstein zu Beginn der 7. Klasse sicher schwimmen können und das Schwimmabzeichen Bronze haben. Das ist eine positive Bilanz. Wenn es allerdings um die Problembehebung geht, müssen wir uns um die Kinder kümmern – also um mehr als ein Viertel der Kinder –, die nicht diese Kompetenz erlangt haben, die vielleicht gar nicht schwimmen können. Das steht fest. (Beifall SSW) Der Vergleich mit anderen Bundesländern, wie Frau Ministerin Prien ihn angebracht hat, ist hier – so finde ich – einfach nicht angebracht, weil wir eine ganz andere geografische Situation haben. Es ist auch immer die Frage, ob ich mich mit dem unteren Drittel vergleiche oder ob ich nicht einfach einmal schaue, wie ich meine Probleme behebe. Der verpflichtende Schulbesuch mit dem Schwimmunterricht ist Aufgabe der Schule. Die Chancengleichheit und vor allem die regionale Gerechtigkeit müssen durch uns und durch das Ministerium sichergestellt werden. So muss sichergestellt werden, dass Schwimmkompetenzen erlangt werden können. Herr Kollege Balasus, da greift es zu kurz, wenn Sie sagen, dass alle möglichen Ehrenamtlichen und auch Familien mit in die Pflicht genommen werden, denn es ist einfach so, dass das als Aufgabe in der Schule gelöst werden muss und nicht irgendwo außerhalb. Schlimm genug, dass viele Familien und Schulen sich andere Möglichkeiten suchen müssen, weil das einfach nicht sichergestellt ist. Die Hauptgründe dafür, dass kein verbindlicher Schwimmunterricht stattfinden kann – das war vor Corona schon der Fall –, sind, dass es keine Schwimmhallen gibt, dass es keine Hallenzeiten gibt, dass man aus den Schulen nicht zu den Hallen fahren kann, dass es keine Lehrkräfte oder nicht einmal das Begleitungspersonal gibt. Diese Probleme liegen auf der Hand, und sie lagen vor Corona schon auf der Hand. (Beifall SSW, vereinzelt SPD und FDP – Zuruf) – Ich habe vom verbindlichen Schwimmunterricht gesprochen, und der ist definitiv bei der Schule angesiedelt. Wir haben in einigen Debatten eine pragmatische Lösung gehabt, bei der es zum Beispiel darum ging, eine Schwimmlehrkraft einer Schwimmstätte sozusagen zuzuordnen, wobei es dann die Möglichkeit gibt, dass die Schulen dieses Angebot nutzen können, gerade wenn es Mangel gibt. Selbst wenn es an einigen Stellen genügend Schwimmlehrkräfte gibt, dann mangelt es an Wasserflächen. Das ist die Herausforderung, die wirklich sehr groß ist. (Beifall SSW, vereinzelt FDP und Beifall Marc Timmer [SPD]) Wir als SSW setzen uns definitiv auch auf kommunaler Ebene vor allem dafür ein, dass die zahlreichen Freibäder im Land stärker gefördert werden. Gerade im Sommer bieten sie Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, ihre Schwimmkompetenz zu verbessern und diese Abzeichen zu erlangen. Es werden Ferienschwimmkurse und so weiter angeboten. Kinder können dort zu Fuß oder mit dem Fahrrad hin. Oft wird in diesen kleinen Freibädern der Schwimmunterricht über Ehrenamtliche der örtlichen Sportvereine getragen. Hier aber kommen die Kommunen ins Spiel, die diese Kosten irgendwann einfach nicht mehr tragen können. Hier haben wir eine Verantwortung, die Kommunen zu unter- (Sybilla Nitsch) stützen, damit die Freibäder nicht aus der Landschaft gestrichen werden. (Beifall SSW und vereinzelt FDP) Die Freibäder sind unserer Meinung nach unter anderem ein Schlüssel dazu, dass unsere Kinder schwimmen lernen. Das wäre dann ein Teil der Schwimmlernoffensive. – Vielen Dank. (Beifall SSW, FDP und vereinzelt SPD)
