Martin Balasus
Verrat doch nicht alles! – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Innerhalb kürzester Zeit versucht die Fraktion der FDP, ein (Martin Balasus) Thema auf die politische Agenda dieses Hauses zu setzen, welches sich auf den ersten Blick dazu eignet, Stimmung im Land zu erzeugen – wohl wissend, dass es zwischen dem Frühjahr 2020 bis zum Ende des Jahres 2022 eine pandemische Lage durch das Coronavirus gab, und wohl wissend, dass mindestens 35.000 Kinder durch das Kontaktverbot zwangsläufig weder am Schulschwimmen noch an einem Schwimmausbildungskurs der Vereine teilnehmen durften. Wir, der Landtag, haben darauf reagiert: Bereits 2019 wurde das Defizit bei der Schwimmausbildung erkannt und ein Fonds „Schleswig-Holstein lernt Schwimmen“ eingerichtet. Die Landesregierung fördert seitdem mit der modifizierten „Schwimmlern-Offensive Schleswig-Holstein“ zusätzliche Schwimmkurse, die Aus- und Fortbildung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern bei der DLRG und auch die Maßnahmen in diesem Bereich beim Schwimmverband SHSV und beim DRK. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Ursächlich für das Defizit ist der Mangel an Übungsleiterinnen und Übungsleitern, die sich leider während der Coronapandemie zurückgezogen haben. Aktuell gibt es jedoch immer noch bis zu 10.000 Kinder ohne Schwimmausbildung. Dieses Defizit wollen und werden wir beheben. 1,5 Millionen Euro sind in den letzten fünf Jahren in die Schwimmausbildung und Ausbildung von Übungsleitern geflossen. Im Zeitraum von Juni 2021 bis zum Juli 2023 haben über 15.000 Teilnehmer von 1.400 Kursen der DLRG und der Schwimmvereine des SHSV profitieren können. Dazu kommen noch all die Anstrengungen aus dem Bildungsbereich mit dem Ziel, den Schwimmunterricht auch in der Fläche stattfinden zu lassen. Man sucht zum Beispiel da, wo Schwimmunterricht nur schwerlich stattfinden kann, nach kreativen Lösungen: Lehrerinnen und Lehrer lassen sich weiterbilden, Kooperationen entstehen vor Ort, oder Kompaktangebote werden in Anspruch genommen, wie zum Beispiel eine Klassenreise mit einem Schwimmschwerpunkt. (Annabell Krämer [FDP]: Darüber haben wir nichts erfahren!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, nur im Zusammenwirken aller Beteiligten – Eltern, Schulen und Schulträger, aber auch Bildungsministerium und Sportministerium, den Schwimmvereinen sowie den DLRG-Ortsgruppen und der DRK-Wasserwacht – wird es gelingen, den Ausbildungsstau sukzessive aufzulösen. Wir wissen: Wir haben schon vieles geschafft, um insbesondere Kindern die Schwimmfähigkeit zu ermöglichen, aber natürlich auch Erwachsenen. (Beifall Hauke Göttsch [CDU]) – Da klatscht jemand, super. – Das Schwimmabzeichen in Bronze erreichen die Viertklässler – darüber haben wir im März bereits gesprochen – mit einer Quote von knapp 50 Prozent. Das ist im Bundesvergleich ein Spitzenwert. Und: Zu Beginn der Klassenstufe 7 haben laut dem vorliegenden Bericht 72,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler nachweislich Bronze erworben. – Es sind natürlich nicht 100 Prozent, aber 73 Prozent haben das Bronzeabzeichen erreicht, damit können sie sicher schwimmen. Und die Ministerin hat eben darauf hingewiesen: Die Schulen geben kompetenzorientierten Unterricht, sie haken nicht alle Eigenschaften einzeln ab. Also ist die wahre Quote, inklusive des Schwimmenlernens in den Vereinen, wesentlich höher als 72,7 Prozent.
