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Martin Balasus

CDU 23.05.2024 Sitzungen 20/58

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! KI ist nicht die Zukunft, KI ist die Gegenwart. Google setzt auf KI. „Warum empfiehlt dir Netflix genau die Serie, die zu dir passt?“, frage ich mich manchmal. Eben noch mit einem Freund über ein Produkt gesprochen, und pling, schon wird es einem auf dem Smartphone zum Kauf vorgeschlagen. Irgendwie auch etwas gruselig! Dazu noch Gesichtserkennung wie Face ID oder stetig zunehmende Deepfakes. Künstliche Intelligenz hat also schon einen festen Platz in unserem Leben, verändert es in vielerlei Hinsicht und wird dies auch in Zukunft noch stärker tun. KI ist da, KI ist nicht neu, es gibt sie schon seit den späten 50er-Jahren. Neu ist aber ihr Vordringen in unseren Alltag. Nicht wenige Menschen fühlen sich von KI und ihren aktuellen Vertretern wie ChatGPT bedroht. Andere sehen vor allem Chancen und Gelegenheiten. Ich denke, Letzteres ist der richtige Weg. Lasst uns mit Zuversicht und mit Optimismus auf den technischen Fortschritt schauen, verhindern können wir ihn ohnehin nicht. Der vorliegende SPD-Antrag wirft also zu Recht ein wichtiges Thema auf: Wie (Martin Balasus) beeinflusst KI den Schulalltag, und welchen Nutzen können wir daraus ziehen? Ich finde, wir sind in Schleswig-Holstein schon auf einem guten Weg. Wir haben unsere Updates gemacht. Handreichungen wie „KI@Schule“ zur Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz an Schule sind erstellt, zwei KI-Professuren im Bereich Bildung und Learning Analytics haben ihre Arbeit aufgenommen. In der Lehramtsausbildung werden digitalisierungsbezogene Inhalte und informatorische Grundbildung aufgenommen. Das Landesprogramm „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ hat zusätzliches Personal an Schulen oder IQSH geschaffen. Aber so wie die KI selbst, so muss sich natürlich auch der Bildungsbereich stetig weiterentwickeln. Die Handreichungen sollen also überarbeitet werden, natürlich auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse. Ebenso brauchen wir ein Pilotprojekt für KI-Anwendungen in Schulen. Textgenerierende Large Language Models wie ChatGPT sind aus dem Schul- und Unterrichtsalltag nicht wegzudenken. Schule darf sie also nicht ignorieren, das wäre grob fahrlässig; denn die Schülerinnen und Schüler tun es zum Beispiel bei ihren Hausaufgaben auch nicht, oder die SPD-Fraktion hier unlängst im Plenum, als sie einen Antrag von ChatGPT hat verfassen lassen. Nein, KI-Anwendungen müssen in der Schule berücksichtigt werden, auf ihre Vorzüge und Nachteile hin untersucht werden und – das ist ganz wichtig – didaktisch sinnvoll zum Einsatz kommen – so wie zum Beispiel die Lese-App Buddy Bo an unseren Grundschulen. (Beifall CDU und Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Es ist nur folgerichtig, KI-Anwendungen und den Umgang damit in der Lehramtsausbildung fest zu verankern, einen verpflichtenden Schulentwicklungstag anzubieten, Fortbildungsangebote mit diesem Schwerpunkt auszubauen und natürlich den Schulterschluss mit der KMK zu pflegen. Schließlich handelt es sich hier nicht um eine landesspezifische Herausforderung, sondern um eine globale Herausforderung, und die meistert man am besten gemeinsam. Ganz bestimmt würden auch intelligente Tutorsysteme einen wertvollen Beitrag zur individuellen Förderung leisten, vor allem im MINT-Bereich. Hierbei handelt es sich um Software, die den Unterricht und die Lehrkraft ergänzt und nicht ersetzt. Das hat Kollege Habersaat eben deutlich gemacht. Deshalb begrüße ich sehr, dass die Landesregierung zurzeit in intensiven Gesprächen mit bettermarks ist; das haben auch Sie eben angesprochen. Bei all dem Fortschritt, der galoppierenden technischen und digitalen Entwicklung und dem Einzug von KI in unser gesamtes Leben muss und wird die Rolle der Lehrkraft auch in Zukunft zentral sein. Die Lehrkraft ist heute weitaus mehr als ein bloßer Wissensvermittler. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei all dem, was Automatisierung, Computer und Co noch alles so mit sich bringen werden, bin ich felsenfest überzeugt, dass manches auch weiterhin mit der Hand gemacht werden wird – zum Beispiel Applaus. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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