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Beate Raudies

SPD 22.03.2024 Sitzungen 20/56

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Minister, es geht jetzt nicht darum, dass irgendwelche Männer in irgendwelchen Türmen irgendwelche Power veranstalten. Es geht darum, dass die Leute mit dem Zug verlässlich, pünktlich, warm und trocken hin und her kommen, wo sie in diesem Land hinwollen. (Beifall SPD und SSW – Christopher Vogt [FDP]: Genau!) Ich würde mich freuen, wir würden uns einmal wieder darauf konzentrieren. Ich sage es schon – Sie sind noch nicht so lang dabei, die anderen lachen schon alle – seit zwölf Jahren in diesem Haus, weil ich eine der wenigen bin, die regelmäßig Bahn fährt, so die denn fährt. (Christopher Vogt [FDP]: Wenn sie nicht fährt, kannst du nicht mitfahren! Ist doch logisch!) Das war in den letzten Wochen und Monaten tatsächlich eine Herausforderung. Für alle, die sich auskennen: Der Baustellenfahrplan, den es jetzt vor den Osterferien gab, war pünktlicher als der normale Fahrplan auf der Strecke Hamburg–Kiel. So sieht es nämlich tatsächlich aus. Jeden Tag stehe ich da am Bahnhof und höre mir von den Leuten das Gemecker an. Wenn ich nett bin, dann sage ich, dass ich Abgeordnete bin, dann bekomme ich das Gemecker auch ab, obwohl ich nicht in der Regierung sitze. Die Leute erwarten von uns, dass wir uns um sie kümmern und dass wir da sind, wo sie sind und nicht, dass wir in irgendwelchen Türmen in Berlin irgendwelche Reden halten. Herr Minister, Sie sagen, Sie wollten das Netz mit diesem Zehn-Punkte-Plan ertüchtigen, und dann lese ich ihn mir durch und stelle fest: Er fängt damit an, Sie hätten sich um die belasteten Strecken gekümmert, und Sie wollten Züge überall da einsetzen, wo es wichtig ist. – Ja, das gilt natürlich an der Westküste, wo Northvolt hinkommt, wenn Sie da mit zusätzlichem Güterverkehr rechnen, wenn Sie da mit zusätzlichem Personennahverkehr rechnen. Aber dann frage ich mich, warum das dritte Gleis mit keinem Wort erwähnt wird. (Beifall SPD, FDP und Sybilla Nitsch [SSW]) Es stand sogar – da habe ich mich sehr gefreut – im Koalitionsvertrag von Schwarz-Grün als eines der wichtigsten Infrastrukturbahnvorhaben in diesem Land. Ich erkläre es einfach noch mal, damit es alle verstehen: Da kommt die Bahnstrecke aus Kiel, in die in Neumünster die Bahnstrecke aus Flensburg einfädelt, und dann kommt die Bahn aus Westerland, und beide treffen sich in Elmshorn. Das sind schon mal mindestens vier Gleise, aus denen dann zwei werden. Das heißt, alles, was von der Westküste und von Norden kommt, staut sich vor diesem einen Bahnhof, wenn wir da nicht endlich das Thema drittes und viertes Gleis auf die Kante kriegen. Ich kann nicht verstehen, dass das im Zehn-Punkte-Plan, den Sie alle hier gefeiert haben, nicht einmal auftaucht. (Beifall SPD, FDP und SSW) Ich habe mir eigentlich vorgenommen, nicht mehr so oft darüber zu reden. Wie gesagt, es freuen sich ja alle, aber das geht nicht. Das ist das Infrastrukturthema, das wir im Land angehen müssen. Von meinem Bahnhof will ich gar nicht reden. Da ist der Bauplan inzwischen auf 2040 terminiert. Ich hoffe, dass ich da irgendwann noch einmal ein Band durchschneiden darf. (Beifall SPD, vereinzelt FDP und Beifall Sybilla Nitsch [SSW])

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