Annabell Krämer
Noch einmal – ich weiß, das ist eine schwierige Materie –: Die Erhöhung eines Vorwegabzugs bedeutet nicht unbedingt, dass ein Haushaltsansatz höher wird. Es bedeutet eine zweckgebundene Umverteilung. Das haben Sie offenbar nicht verstanden. Sie haben gerade zu mir gesagt, ich würde nicht sagen, wie das finanziert wird. Ich habe Ihnen gerade einen Vorschlag gemacht, ohne dass das einen Cent mehr kosten würde. – Ja, Frau Krämer, die Wahrheit ist doch – das habe ich in meiner Rede gerade auch schon erwähnt; auch andere haben das erwähnt –: Wir brauchen, damit wir flächendeckend Schwimmunterricht anbieten können, eigentlich mehr Schwimmstätten. Und die kann ja nicht das Land bauen. (Zuruf Christopher Vogt [FDP]) Das ist so. Sehen Sie, ich war vor Kurzem in Horst, bei mir in der Region, an einer Grundschule, und ich habe dort mit den Menschen gesprochen. Dort gab es vor Corona noch die Möglichkeit, Schwimmunterricht anzubieten. Das ist weggefallen. Für die Kinder sind die Wege nach Elmshorn oder nach Itzehoe leider zu lang. Dort gibt es einfach dieses Problem. Wenn man ganz ehrlich ist, bräuchten sie eine Schwimmstätte direkt vor ihrer Haustür, diese gibt es aber nicht. Und die Mittel dafür sehe ich bei den Kommunen oder beim Land auch gerade nicht. Der zweite Punkt betrifft die verfügbaren geschulten Lehrkräfte. 96 Grundschulen haben im zweiten Quartal 2023 Schwierigkeiten bei der Sicherstellung des Schwimmunterrichts gemeldet. Mit den meisten Grundschulen waren hier die Kreise Segeberg und Rendsburg-Eckernförde vertreten. Aber auch hier in der Landeshauptstadt Kiel meldeten sich neun Grundschulen. Die Verfügbarkeit von Schwimmstätten war hier das eine, die Verfügbarkeit geschulter Lehrkräfte war das andere Problem. Auch hier braucht es mehr Vernetzung zwischen verschiedenen Institutionen, aber vor allem auch eine adäquate Berücksichtigung von Schwimmunterricht in der Lehrkräfteausbildung. Weiterbildungen über das IQSH sind ein Anfang; diese Angebote werden jedoch noch zu wenig in Anspruch genommen. Da ist eine grundsätzliche Integrierung der Schwimmbefähigung in die Ausbildung der Sportlehrerinnen und Sportlehrer von großer Bedeutung. Wie anfangs erwähnt: Schwimmen zu lernen ist wichtig, und schwimmen zu lernen braucht Zeit, Kontinuität und Übung – etwas, was sich leider nicht in einem Sommercamp oder auf einer Klassenfahrt mal eben so erreichen lässt. Zumindest darf dies nicht die hauptsächliche Strategie sein. Stattdessen sollte die Strategie auf einem Dialog zwischen allen beteiligten Institutionen beruhen, eine vernünftige Lehrkräfteausbildung beinhalten und auf gezielte Unterstützung in benachteiligten Regionen setzen – angefangen bei einer Bestandsaufnahme der verfügbaren Schwimmbecken. (Malte Krüger) Ich danke ebenfalls allen, die sich Tag für Tag dafür einsetzen, dass unsere Kinder schwimmen lernen. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
