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Malte Krüger

GRÜNE 22.03.2024 Sitzungen 20/56

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Auch ich freue mich, wenn die Badesaison wieder losgeht. Herr Balasus, wir schauen dann auf die Badehose und darauf, ob das Abzeichen wirklich nicht mehr drauf ist. (Zurufe) – Okay. – Frau Krämer, ich schwanke gerade noch, ob Ihre Rede Poesie oder Entspannungskurs war. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ich überlege weiter. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass wir hier heute wieder über die Schwimmfähigkeit unserer Kinder in Schleswig-Holstein reden, denn, und das habe ich schon häufiger betont, Schwimmen ist wichtig, da sind wir uns alle einig. (Malte Krüger) Laut DLRG sind im vergangenen Jahr 28 Menschen in schleswig-holsteinischen Gewässern ertrunken. Das sind zu viele. Gerade im von Meeren umgebenen Schleswig-Holstein ist die Fähigkeit, sicher schwimmen zu können, immens wichtig. Natürlich lehnen wir uns da nicht zurück. Wie gesagt, es besteht Einigkeit, dass wir immer besser werden müssen bei der Schwimmfähigkeit unserer Kinder. Dass hier so früh wie möglich, am besten mit Wassergewöhnung in der Kita, angesetzt werden muss, ist doch klar. Auch in unserem Koalitionsvertrag ist nachzulesen, dass jedes Kind bis zum Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen können soll. Verpflichtend ist der Schwimmunterricht allerdings erst zum Ende der Klassenstufe drei, weshalb ein Bericht über die Schwimmfähigkeit ab einer höheren Klassenstufe in meinen Augen sinnvoller gewesen wäre. Offenbar sieht die FDP das inzwischen auch so, sodass wir diese Debatte, wie Frau Krämer es auch gesagt hat, in zwei Monaten noch einmal führen werden. Wenn der Bericht über die Schwimmfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in der 6. Klasse vorliegt, dann werden wir noch einmal über dieses Thema sprechen. Bei der Schwimmfähigkeit gibt es eine gute Nachricht: Laut dem Bericht der Landesregierung haben bereits 48 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler das Schwimmabzeichen Bronze und erfüllen damit schon jetzt die Fachanforderungen für die 6. Klasse. Das ist doch eine erfreuliche Nachricht! (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU) Darauf dürfen wir uns aber natürlich nicht ausruhen, und es darf auch nicht außer Acht gelassen werden, welch erhebliche Versorgungsprobleme es in puncto Schwimmunterricht gibt. Wenn Grundschulen einen zu langen oder zu teuren Anfahrtsweg haben, zu wenig geschultes Lehrpersonal zur Verfügung steht oder es schlicht und einfach kein Schwimmbad mit verfügbaren Kapazitäten in der Nähe gibt, dann wird es schwer mit dem Schwimmunterricht. Ich glaube, wir alle kennen aus unseren Regionen diese Fälle. Das sieht man auch in der Antwort auf die Kleine Anfrage von Niklas Dürbrook und Martin Habersaat. Ich glaube, in Kiel hat man kein Problem, aber in fast jeder Region sonst gibt es zum Beispiel Renovierungen in den Schwimmbädern, wodurch der Schwimmunterricht ausfällt. Das sind die De-facto-Probleme, die wir haben. Dazu kommen Nachwirkungen der Pandemie, durch die sich die Defizite für mindestens drei Jahre angestaut haben. Zu jedem einzelnen dieser Punkte gäbe es sehr viel zu sagen. Vieles davon wurde auch schon hier im Plenum gesagt, entweder heute oder in den vergangenen Debatten. Zwei Punkte möchte ich allerdings besonders hervorheben: Erstens. Die letzten belastbaren Zahlen über die überhaupt verfügbaren Schwimmbecken stammen aus dem Oktober 2016. Dazwischen liegen nicht nur über sieben Jahre, sondern auch eine Pandemie und gestiegene Energiepreise. Dies machte es vielen Schwimmstätten nicht leicht und führte unter anderem auch zu Schließungen. Eine neue Datenerhebung wurde zwar angefragt, doch dafür fehlen Personalkapazitäten im Statistischen Amt. Es ist ein Problem, dass nicht landesweit Schwimmbecken zur Verfügung stehen, weshalb das Land die Kommunen bereits beim Bau und bei der Erhaltung von Schwimmstätten finanziell unterstützt. Darüber hinaus erhalten die Schwimmstättenbetreiber einen Betriebskostenzuschuss, wenn dort Schwimmunterricht angeboten wird. (Vereinzelter Beifall ganzes Haus) Ich weise auch hier noch einmal darauf hin: Im Rahmen der Haushaltsberatungen am vergangenen Mittwoch habe ich keinen diesbezüglichen Antrag der FDP gesehen. Wir haben ja sogar zu einem Bereich eine Einzelabstimmung durchgeführt, nämlich zu Titel 04 02 684 02; da ging es um die Förderung des Landessportverbands, da ging es um Sportstätten – wenn auch nicht dezidiert um Schwimmunterricht. Aber auch gegen diesen Titel haben Sie gestimmt, und eigene Anträge haben Sie auch nicht vorgestellt. Das ist natürlich schade. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und CDU)

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