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Karin Prien

22.03.2024 Sitzungen 20/56

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Unsere gemeinsamen langjährigen Anstrengungen, die Schwimmfähigkeit der Kinder in unserem Land zu verbessern, zeigen erfreulicherweise Wirkung. Darüber bin ich sehr froh, und ich danke den Grundschulen, den Eltern, den Kommunen, den vielerorts engagierten Partnern – DLRG, Schwimmvereinen –, dem Innenministerium und natürlich auch den Kolleginnen und Kollegen im (Ministerin Karin Prien) Bildungsministerium für ihr wirklich großes Engagement. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Der Bericht über die Schwimmfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in der Klasse 4 zeigt, dass 48 Prozent aller Kinder in Schleswig-Holstein bereits zu Beginn der Klasse 4 das Schwimmabzeichen Bronze haben. Sie haben damit nachweislich eine sichere Schwimmfähigkeit erworben. Um dieses Ergebnis einschätzen zu können, muss man das Folgende wissen: In der Grundschule ist es zunächst das Kompetenzziel unserer Fachanforderungen – also unserer Bildungspläne –, Kinder in die Lage zu versetzen, Situationen im und am Wasser angemessen einzuschätzen, sie zu bewältigen und dabei grundlegende Verhaltensregeln anzuwenden. Das ist Gegenstand der aktuellen Fachanforderungen, war aber auch immer Gegenstand der Bildungspläne in Schleswig-Holstein. Das war auch vor 2017 nicht anders, und es hat sich auch nichts daran geändert. Darauf aufbauend soll in der Sekundarstufe I, also bis zum Ende der Klassenstufe 6, das sichere Schwimmen vermittelt werden. Natürlich gilt: „Umso früher, umso besser“, meine Damen und Herren. Was bedeuten nun diese 48 Prozent? – Im Bundesdurchschnitt sind es 24 Prozent. Das bedeutet, dass in Schleswig-Holstein genau doppelt so viele Schülerinnen und Schüler früher schwimmen lernen als anderswo. (Vereinzelter Beifall CDU und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Zuruf Beate Raudies [SPD]) Das sind die Ergebnisse aus dem Jahr 2022, erhoben durch Forsa. Nur einmal zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz sind es 10 Prozent, die das Schwimmen bis zur Klasse 4 erlernt haben. Nun haben wir die Meere bei uns, und wir haben auch einen anderen Anspruch: Wir wollen es besser machen, und wir wollen auch noch besser werden, um es deutlich zu sagen. (Zuruf Christopher Vogt [FDP]) Aber ich finde: Doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt kann sich wirklich sehen lassen, meine Damen und Herren. Aber natürlich zeigen die Daten in den einzelnen Kreisen – und da gibt es auch gar nichts schönzureden – durchaus erhebliche Unterschiede. Um an allen Orten erfolgreicher zu werden, ist es daher wichtig, in der Fläche des Landes die gleichen verlässlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dafür bedarf es einer ausreichenden Zahl von Schwimmstätten in erreichbarer Entfernung von den Schulen. An den Orten, an denen die Erreichbarkeit von Schwimmstätten problematisch ist, muss mindestens die Übernahme der Kosten für die Fahrtwege durch die Kommunen, den Schulträger, übernommen werden. Meine Damen und Herren, trotz aller positiver Entwicklungen heißt das für uns: Unsere gemeinsamen Bemühungen haben weiterhin eine große Bedeutung, um den Anteil sicher schwimmender Kinder weiter zu steigern. Es ist erforderlich, die Schwimmlernoffensive und damit unsere gemeinsamen Anstrengungen fortzusetzen. Aktuell setzen wir den Landtagsbeschluss, Drucksache 20/738, vom Februar 2023 um. Dort geht es, wie Sie wissen, darum, in den Kreisen ein Monitoring zur Umsetzung der Fachanforderungen Sport durchzuführen; und wir setzen dieses fort. Schulen, die Probleme haben, Schwimmunterricht anzubieten, werden direkt über die Schulaufsicht und die Kreisschulsportbeauftragten umfassend darin unterstützt, alternative Möglichkeiten des Schwimmunterrichtes zu organisieren. Das sind zum Beispiel Schwimmlernangebote im Rahmen schulischer Projektwochen oder kostenlose Ferienangebote, wie sie beispielsweise im Campusbad in Flensburg stattfinden. Der Runde Tisch Schwimmen des Bildungsministeriums und des Innenministeriums wurde im November 2023 bereits zum fünften Mal durchgeführt. Der Dialogprozess mit allen am Schwimmenlernen Beteiligten wie beispielsweise der DLRG, der Wasserwacht, den Sportverbänden, Betreiberinnen und Betreibern von Schwimmstätten und weiteren beteiligten Organisationen und Verbänden wurde und wird fortgesetzt, um bestehende Schwimmangebote im Land weiterzuentwickeln. Ab dem Schuljahr 2024/25 wird die Schulaufsicht die Daten zur Schwimmfähigkeit der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der datenbasierten Schulentwicklung in das Datenblatt Schule aufnehmen und zum Gegenstand der Gespräche mit der Schulaufsicht machen. So kann die Schulaufsicht regelmäßig auf der Basis von aktuellen Daten Vergleiche herstellen, das Thema Schwimmunterricht gezielt zusammen mit den Schulen erörtern und nach individuellen Lösungen suchen, wo das weiterhin erforderlich ist. 4244 Schleswig-Holsteinischer (Ministerin Karin Prien) (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine Damen und Herren, wir sind hier auf dem richtigen Weg. Wir werden die Schwimmlernoffensive mit Engagement fortsetzen, und wir werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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